Das Kleid, das ich Sarah gestern gekauft habe, hat einen zu weiten Ausschnitt. Um den zuzunähen, brauche ich Nadel und Faden und das Reisenähset ist sinnigerweise zuhause. Also muss ich in den Stoffladen Holzschuh in Bamberg, an dem wir schon ein paar Mal vorbeigekommen sind. Schließlich liegt der ganz in der Nähe unseres Hauses. Da dieser um 9:00 Uhr aufmacht und wir heute weiter nach München fahren wollen, bin ich um 9 Uhr vor dem Laden. Die Kinder schlafen noch etwas, wir wollen den Zug um 10:40 Uhr nehmen. Wenn der fährt, denn es scheint eine massive Störung zwischen Bamberg und München zu geben. Bei einigen Zügen steht, dass sie ausfallen.
Der Laden ist riesig und so kann ich ungestört stöbern. Es gibt alle Argen von Stoffen und ich finde tatsächlich zwei, die unbedingt mitmüssen. Dazu bekomme von den Besitzern gute Tipps für Nürnberg (Eisdiele und Kaffeerösterei). Sehr nett.
Die Mädels sind tatsächlich wach, als ich wiederkomme und haben fast alles gepackt. Wir machen uns auf den Weg zum Bahnhof und bekommen gerade so den Zug nach Nürnberg. Aber nur, weil er 2 Minuten Verspätung hat. Die Fahrt dauert nur 40 Minuten und ist problemlos. Aber schon recht voll, da ja die Züge davor ausgefallen sind. Trotzdem bekommen wir einen Sitzplatz. Am Hauptbahnhof angekommen, müssen wir erstmal die Schließfächer finden. Der Bahnhof ist um einiges größer als der von Bamberg (ok, kein Wunder. Nürnberg hat 600.000 Einwohner und Bamberg nur 78.000). Ohne Gepäck geht es Richtung Kaiserburg und Hallertor (da soll die tolle Eisdiele sein).

Wandbild in der U-Bahn 

Am Fleischtor 

Das Rathaus 


Unterhalb der Burg
Aber vor den Ausblick auf Nürnberg hat der liebe Gott den Aufstieg auf die Burg gestellt. Die sind ja bekanntlich gerne an der höchsten Stelle, um eine gute Rundumsicht zu haben. Also müssen wir ganz schön kraxeln, aber schließlich haben wir es geschafft. Und die Anstrengung hat sich gelohnt. Die Burg ist fest mit dem Berg verbaut, der Sandstein wurde richtig integriert. Und oben gibt es den Maria Sibylla Merian – Garten. Hier hat sie viele Blumen und Schmetterlinge beobachtet.







Maria Sibylla Merian Garten 


Burginnere 



Wir gehen. Ichs nicht komplett rein, sondern machen uns aufgenommen Weg zu der hochgelobten Eisdiele „Die kleine Eismanufaktur“ und zur „Kaffeerösterei Bergmann“. Dazu müssen wir wieder den Berg runter und uns rechts halten. Das Eis ist wirklich gut und es gibt sehr exotische Sorten (Lakrids, Orange-Salbei, Kokos mit Mango, usw.)
Abgekühlt (3 Kugeln waren echt zu viel) machen wir uns auf den Weg in die Aktstadt. Dort finden die angeblich älteste Buchhandlung Deutschlands und auf dem Markt den angeblich besten Käsekuchen Deutschlands. Den kann sich Tamara natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen. Und er ist wirklich viel besser (cremiger, leichter) als meiner. Hmm.
Auf der Suche nach einer Coronateststelle stolpern wir über einen tollen Gewürzladen ( Gewürze der Welt) und zwei Currymischungen und ein Mitbringsel für T wandern in unsere Tasche. Aber der Duft war einfach zu verlockend.
Und dann finden wir endlich die gut versteckte Coronateststelle. Aber vor den Test hat das Zentrum das Anmelden gestellt und das ist garnicht so einfach bei denen. Zum Beispiel ist die Ausweisnummer ein Pflichtfeld und für Sarah habe ich keine. Ich trage meine doppelt ein und die Frau akzeptiert es nach Nachdruck. Aber für eine Zwölfjährige gibt es noch nicht zwingend einen Ausweis. Aber dann sind wir endlich angemeldet und der Test kann losgehen. Und was für ein Test. Sehr ausgiebig und tief in den Rachen und dann mit dem gleichen Stäbchen ausgiebig und sehr tief in ein Nasenloch. Also wenn da nichts dran ist, haben wir wirklich nichts. Und alle Tests sind wirklich negativ. Und wir hetzen zum nächsten Zug.
Die Fahrt nach München dauert jetzt noch einmal 3 Stunden, aber wir haben wieder Glück und bekommen Platz in einem Vierersitz. Eigentlich verläuft die Zugfahrt recht ruhig. Die Mädels lesen, schauen Serienfolgen, hören Hörspiele und schlafen.
Ich kann was schreiben. Bis kurz vor dem Ziel ein Polizist oder Sicherheitsbeamter ausgerufen wird. Erst soll er in die Fahrerkabine kommen, dann auf den Bahnsteig. Und in Dachau (letzte Station vor München heißt es dann die Weiterfahrt wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Also doch aussteigen und die S-Bahn nehmen? Oder werden es nur 5 Minuten? Bevor wir uns entscheiden können, kommt auch schon die Durchsage, dass alle einsteigen sollen, weil es weitergeht.
Und dann sind wir auch schon da. Jetzt nur noch zu T fahren, das dauert nicht so lange. Hier können wir bei einer Freundin schlafen, die in München wohnt. Ankommen, einrichten und dann gehen wir sehr lecker indisch essen.

Danach quatschen wir noch lange und die Mädels chillen mit ihren Handys.

