Wie immer bin ich vor den Mädels wach. Und wir hatten auch abgesprochen, dass ich mich heute früher alleine auf den Weg mache und schön Stoff shoppen kann, die Mädels ausschlafen und duschen und dann treffen wir uns später. Also kann ich mich schon morgens – bei etwas geringeren Temperaturen als gestern – auf durch die Fußgängerzone machen. Hier haben ganz viele Häuser einen Namen und sind bemalt. Kleine und große Geschäfte sind in den alten Häusern untergebracht, man hört viele verschiedene Sprachen um einen herum. Kein Wunder, das Konstanz so beliebt ist. Man hat von allem etwas, mit südländischen Flair gepaart, richtig schön.
Bis 11 Uhr „muss“ ich durch die Stadt bummeln, erst dann macht der Stoffladen auf. Das Kappi im Hutladen nehme ich nicht mit. Sie ist zwar schön, aber 170€ sind mir für eine Mütze dann doch zu viel Geld, auch wenn sie in Italien gefertigt wurde. Vielleicht näh ich mir den Stil noch nach.
Nun hat auch der Stoffladen auf und ich muss mich erstmal entscheiden. Und das fällt mir hier wirklich schwer. es gibt viele schöne Stoffe, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe. Lustigerweise ist auch hier ein Ehepaar aus Bonn als weitere Kunden vor Ort. Iran Ende entschließe ich mich, den Stoff doch nicht schicken zu lassen, sondern ihn selber zu tragen. Sollte auch gehen, nachdem das Gepäck ja schon kleiner geworden ist.
Jetzt bringe ich ihn aber erstmal ins Hotel. Tamara schickte schon die Nachricht, dass sie bald fertig ist und der vereinbarte Treffpunkt (die Eisdiele) hat noch zu. Und ich muss den Stoff nicht den ganzen Tag tragen. Also die Mädels im Hotel eingesammelt und dann zusammen durch die Stadt bummeln. Sie haben ja noch nicht die schönen Häuser gesehen.
In einer Seitenstraße- ein Automat für Hofwaren (Obst, Gemüsetüten, etc.)
Blättlein-Brunnen
Die Eisdiele hat nun doch auf und wir können weitere Sorten probieren. Durch kleine Passagen und Seitenstraßen, an vielen kleine Geschäften vorbei. Leider hatte der Olivenholzladen eine zu große Anziehungskraft. Und plötzlich stehen wir vor einem Sushi-Schild. Das wäre es jetzt zum Mittagessen. Also rein. Der Laden sieht auch sehr gemütlich aus, nur gar nicht asiatisch. Es stellt sich heraus, dass wir das falsche Restaurant betreten haben und beim Mexikaner gelandet sind. Aber der Japaner hat Urlaub und hier ist es nett, also gibt es heute lateinamerikanisch. Enchiladas, Tacos und Arepas, dazu selbst gemachte Limonade. Alles sehr lecker, nur für Tamara wieder etwas zu scharf.
Es geht weiter, wir können jetzt in die kleine Buchhandlung rein, die nun auf hat. Tamara kann endlich eines der Bücher kaufen (na ja, kaufen lassen), das sie unbedingt wollte. Auch sie hat wieder Platz im Koffer.
Nun fehlt uns noch der Münster. Auf dem Weg dahin, gibt es noch ein Eis (nein, wir sind nicht eissüchtig, aber es ist echt lecker) und dann muss das ja auch erstmal aufgeschleckt werden.
Langsam zieht sich der Himmel doch zu, noch fallen aber nur ein paar Tropfen. Wir können noch ein paar Minuten mehr bummeln und ein kleiner Abstecher in das Spielegeschäft) ist auch noch drin, spielen aber schon mit dem Gedanken heute ein frühes Abendessen einzulegen. Und italienisch ist gewünscht, das passt zu den Vibes.
Aber bevor es richtig losgeht, spazieren wir noch auf die andere Seite von Konstanz. Über die Brücke über den Rhein (auf einem kleinen Stück zwischen Obersee und Untersee ist es der Rhein).
Auf der anderen Seite ist nämlich noch die Seestrasse. Und deren Häuser sind auch sehr sehenswert. Und wir können mal die Füße in den Bodensee stecken. Baden ist ohne Badesachen nicht drin, aber immerhin.
Dann zieht es sich aber richtig zu und wir laufen wieder zurück.
Und als der Regen richtig einsetzt, sind wir auch gerade vor dem ausgesuchten Restaurant Pastis.
Die müssen nur erstmal alle Gäste von der Terrasse versorgen (es schüttet spontan) und dann bekommen wir auch einen Tisch. Einfache, aber gute italienische Küche in einem urigen Keller. Es gibt Brotsalat, Pasta mit Tomatensoße und Penne Carbonara.
Und Sarah bestellt sich eine Tomatensoße, die sogar Tamara schmeckt. Und das will was heißen, da sie sonst maximal Bolognese mit Tomaten mag. Ich kann zum Schluss noch das Rezept bei der Wirtin ergattern: das Geheimnis sind nur wenige Zutaten und laaaange köcheln lassen.
Tomatensoße a la Pastis: Zwiebeln braun anrösten, dazu geschälte Tomaten und Basilikum. Kein Wasser oder Tomatenmark dazu. Mindestens 2 Stunden köcheln lassen. [Im Haushalt mit einer kleineren Menge könnten auch 45 Minuten ausreichen. Schätzt die Wirtin.] Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig.
Der Regenguss ist vorbei, der nächste soll bald kommen. Wir schlendern zum Hotel zurück und verbringen den Abend ruhig mit lesen, spielen und chillen. Am Abend und in der Nacht regnet es noch viel.
Heute steht die Abreise von München an. Zusätzlich ist für heute der heißeste Tag des Jahres vorhergesagt. Aber zunächst heißt es Koffer packen. Nach der kurzen Nacht tut der Tee gut und wir frühstücken noch einmal alle zusammen. Und dann muss alles doch ganz schnell gehen, weil wir uns wieder etwas verquatscht haben. Danke Tanja für den schönen Aufenthalt.
Aber wir schaffen es, zu der angepeilten Zeit aufzubrechen. Nur der Münchner Hauptbahnhof stellt uns noch vor einige Schwierigkeiten, da wir zunächst nicht die richtigen Schilder zur DB finden. Dazu sind es zu viele verschiedene Ebenen und Wege. Also kurzerhand einen Mitarbeiter gefragt und dann ging es bis ans Ende des Gleises der S-Bahn, die Treppe hoch, rechts, bis ans Ende der Ebene, links, die Treppe hoch und wieder links. Und geschafft: das sind die Gleise der DB und wir kommen netterweise auch ganz in der Nähe des von uns benötigten Gleis 28 aus. Nur steht da ein falscher Zug. Dachten wir. Das gilt nur für den ersten Teil. Hier werden ganz häufig mehrere ( ich habe bis zu drei verschiedene gesehen) Züge aneinander gehängt, die dann irgendwo geteilt werden. Nachdem wir also weiterlaufen und noch einen Mitarbeiter fragen, kommen wir zum richtigen Abschnitt bzw. Zug. Und finden direkt einen schönen Vierertisch. Und hier gibt es sogar richtig große Ablagen für die Koffer und den Rucksack. Und einen Schaffner, der alles im Griff hat. Perfekt. Pünktlich geht es los nach Lindau.
Die Fahrt verläuft sehr ruhig und entspannt. Ich kann auch online die Fährkarten buchen. Um halb eins sind wir in Lindau und haben sogar noch eine halbe Stunde bis die Fähre ablegt. Zeit genug, um kurz in einem Café am Hafen einen Kuchen und eine Portion Pommes zu essen. Da zahlt man aber auch die Lage mit. Lindau macht einen sehr schönen Eindruck, sollten wir uns auch einmal näher anschauen.
Zum Schluss wird doch noch knapp und so hetzen wir zum Anleger. Eine Durchsage kommt und ich höre, dass die Fähre am Pier 2 ablegt. Geschafft, an Board und kurz nachgefragt, ob das auch did Fähre nach Konstanz ist – anscheinend gibt es hier mehrere – und richtig, wir sind falsch. Diese fährt nach Bregenz. Also wieder runter, bei der Schlange an Pier 3 abgestellt und da kommt auch schon unsere Fähre. Wir bekommen einen Tisch auf dem oberen Deck und die Mädels können in den nächsten drei Stunden ihre Serien weiter schauen. Ich genieße die Fahrt auf dem Bodensee. Es war die richtige Entscheidung die längere Bootsfahrt statt der längeren Bahnfahrt zu nehmen. Das Wetter ist fantastisch und wir steuern jeden einzelnen Ort zwischen Lindau und Meersburg am Bodensee an. Kein Wunder, dass hier so viele Urlaub machen, ein Ort scheint netter als der nächste zu sein. Zumindest vom Wasser aus. Dazu kann man segeln, wandern und viele sind mit dem Fahrrad unterwegs.
Lindau
die Alpen
Bodensee und Berge
Wasserburg
Wasserburg
Wasserburg
Kressborn
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Meersburg
Meersburg
Meersburg
Konstanz
Bodensee-Türkis
Konstanz
Der Hafen von Konstanz mit Imperia
Schließlich kommen wir in Konstanz an. Zu Fuß geht es zum Hotel, das diesmal in der Altstadt liegt. Wenn es nicht das Angebot auf Booking.com gegeben hätte, hätte ich es sicher nicht gewählt, da zu teuer für das Reisebudget. Und da ich die Diskussion um das Angebot noch gewonnen habe und der Rabattpreis gilt, sind wir jetzt sehr neugierig, wie toll so ein teures Zimmer nun wirklich ist.
Konstanz begrüßt uns schon sehr quirlig. Es hat eindeutig „Italian vibes“ wie es Tamara so schön ausdrückt. Der Weg zum Hotel ist schnell gefunden. leider habe ich doch vergessen ein Bild vom Zimmer zu machen. Vorweggenommen: so viel besser als die anderen Zimmer war es nicht. Sogar kleiner als manch anderes. Aber sauber, mit gutem Bad und es wurde sogar morgens das Zimmer aufgeräumt (sehr zum Befremden von Sarah, die so dekorativ ihre Sachen über den Boden verteilt hatte und gefaltete Blusen vorfand. Das war ihr dann doch peinlich.) Man zahlt die Lage (und die Geschichte des Hauses). Aber von außen sieht es toll aus. Der Empfangschef ist ein bisschen dösig oder es liegt an der Hitze.
Graf Zeppelin – unser Hotel
Nach einer Pause bummeln wir durch Konstanz und finden als erstes eine tolle Eisdiele. An die teuren Eispreise (bis 1,70€ pro Kugel) haben wir uns ja schon gewöhnt. Vernünftigerweise nehmen wir nur eine Kugel, mehr würde schnell schmelzen. Und das zweite Mal stolpere ich direkt über einen kleinen Stoffladen. Erst das Eis aufessen und dann noch einen kurzen Blick rein. Es ist 5 vor 6 und auch hier sind die Schließzeiten 18:00Uhr. Und die Auswahl ist wirklich grandios. Und nur Stoffe, die ich nirgends anders gesehen habe. Und die schicken sogar Pakete. Also schon mal notiert: morgen früh muss ich hier noch einmal rein.
Graffiti in der Unterführung zum Hafen
Graffiti in der Unterführung
Jetzt geht es erstmal weiter durch die Stadt und Richtung Hafen. Wir haben langsam etwas Hunger.
Alte Hafenuhr
Yachthafen
Am Hafen werden wir schnell fündig, der Ausblick ist toll. Die Bedienung und das Essen leider nur mittelmäßig bis schlecht. Immerhin können die Mädels die gewünschten Gerichte (Käsespätzle und Knödel) bekommen. Aber ok, morgen auf jeden Fall woanders. (Das Lokal war „Step 4“, als Warnung für die Zukunft ). Und ich habe mit Tamara eine kurze Diskussion über Trinkgeld. Ja, da wäre keins sicher angemessen gewesen.
Gesättigt bummeln wir am Hafen weiter. Historische Gebäude, moderne Einrichtungen, entspannte Menschen, Musik im Hintergrund, das „Meer“ daneben, hier läßt es sich leben. Was ich auch dazu gelernt habe: die Imperia dreht sich die ganze Zeit.
Das Konzil
Graf Zeppelin
Aktion des Marketing-Büros von Konstanz
Imperia
Imperia
Hafenausfahrt
Im Stadtpark (direkt neben dem Hafen) wird Livemusik gespielt. Es dauert eine Weile bis wir herausgefunden haben, dass es das Jubiläumskonzert eines Musikvereins in der Konzertmuschel ist. Sehr schön. Die Mädels müssen nur dringend auf die Toilette und machen sich auf den Weg zum Hotel. Dann können sie etwas chillen und sich vom heißen Tag erholen. Ich bleibe im Stadtgarten.
Am Ufer des Bodensees ist Abendstimmung. Ein Hund jagt Stöckchen im Wasser, Gäste und Einheimische flanieren am Ufer und neben mir sprintet immer ein Mädel ganz schnell zur Parkbank und setzt sich dekorativ hin. Merkwürdiges Verhalten. Beim Weggehen sehe ich allerdings die Kamera mit Zeitauslöser und kann das Verhalten nun einordnen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass es sich um Miriam handelt, die lange Zeit als Studentin für Katharina im Museum gearbeitet hat und jetzt auch hier Urlaub macht. So klein ist doch die Welt.
Ich schlendere weiter durch die Stadt und hole mir noch ein Eis. André Eisdiele, gut, aber nicht so gut wie die andere. Eisdielen gibt es hier wirklich viele.
Kaiserbrunnen
Ein Apotheker, der aufklärt
Münster bei Nacht
Den Abschluss des Tages macht ein Glas Wein in einem schönen Hinterhof. Dann geht es auch mich zurück zum Hotel. Sarah hat geduscht und beide sind noch wach. Die Nacht wird allerdings heiß und laut. Altstadtlage halt. Und ein Ventilator.
Der Morgen beginnt ruhig. Ich frühstücke mit Tanja zusammen, die Mädels schlafen was länger. Damit wir nicht ganz so viel tragen müssen, stellen wir ein Paket zusammen, dass nach Bonn geschickt wird. Aus Ausflugsziel haben wir uns heute den Starnberger See vorgenommen. Es soll richtig heiß werden und dort kann man gut schwimmen gehen. Und die Aussicht ist fantastisch. Den ursprünglichen Plan vormittags ins Deutsche Museum zu gehen (ja, das hat tatsächlich auch montags geöffnet), verwerfe ich zugunsten eines gemütlichen Frühstücks.
Nach Aufgabe des Paketes fahren wir mit dem Bus zur nächsten S-Bahn-Station und verpassen leider gerade eine. Die nächste geht erst 20 Minuten später und fährt dann ca. 30 Minuten. Letztendlich sind wir dann erst nachmittags in Feldafing angekommen, da hatte ich ein Strandbad ausgemacht, dass feinen Sand haben soll. Zumindest war ich der Meinung das irgendwo gelesen zu haben. Stutzig machte uns schon, dass praktisch alle (und gerade die mit großen Taschen – > Schwimmen ) in Starnberg ausstiegen. Hmm. Wir fuhren weiter bis Feldafing. Dann noch ein kleiner Fußmarsch mit Stopp beim Dorfhändler für Melone und Ayran und wir waren da. Allerdings hatten wir uns das Strandbad etwas anders vorgestellt. Feinen Sand gab es wenn überhaupt nur aufgeschüttet im Kleinkindbereich. Bei großen Liegeflächen erwarten wir eine andere Größe, aber immerhin war es nicht überfüllt. Nur Familien mit kleinen Kindern und alte Leute. Na ja, jetzt noch etwas anderes zu suchen, hätte zu lange gedauert und so blieben wir doch. Tamara konnte schön schwimmen gehen und fand sogar direkt Anschluss an ein anderes Mädel, Sarah und ich machten es sich unter einem Baum bequem.
Nun für das nächste Mal wissen wir jetzt aber: Strand bedeutet an den Seen in Bayern immer Kieselstrand. In Starnberg gibt es auch ein großes Strandbad und ansonsten kann man viel besser direkt am See liegen. Einfach von Starnberg Richtung Berg laufen, da gibt es immer was.
Die futuristische Kirche in Feldafing
Ein eingewachsenes Schild (min. ein halben Meter in der Hecke)
Abends ging es wieder zurück. Die Mutter des Mädels hat uns noch mit ihren Luxusproblemen zugetextet, so dass wir etwas zu spät los kamen. Also mussten wir die letzte Strecke zur S-Bahn uns ziemlich spurten. Aber in letzter Minute haben wir es geschafft. Letztendlich waren wir um 19:30 wieder bei Tanja.
Heute Abend wollten wir noch mal zum Tollwood Festival, diesmal nicht der Konzerte Wegen, sondern um an den verschiedenen Ständen zu essen. Die Hinfahrt verlief unspektakulär und ruhig. Nur, dass es auf dem Festivalgelände gespenstig ruhig war. Wir hatten nicht mehr nachgeschaut und falsche Daten im Kopf. Gestern war der letzte Tag gewesen. Und such der Bus fuhr nicht mehr, obwohl noch ein Fahrplan dort hin, der etwas anderes erzählte.
Nun gut, also zu Fuß wieder zurück (dann bekommen wir auch unsere 10.000 Schritte zusammen) und diesmal konnten wir uns auf die Führung durch eine Einheimische verlassen. Soll auch gar nicht so lange dauern. Wir hatten uns spontan für den Japaner entschieden, an dem wir auf dem Weg zur Bushaltestelle vorbeigekommen waren.
Am Festivalgelände vorbei und durch einen kleinen Weg, den ich so nie gefunden hätte. Durch eine Öffnung im Zaun und dann – standen wir vor einem Zaun, den vielleicht die Kinder überklettern hätten können, aber wir Erwachsenen nicht mehr. Gut, dass wir kurz davor noch ein paar Jugendliche dabei beobachtet hatten, wie sie durch ein selbst geschnittenes Loch im Zaun geklettert sind. Das nutzten wir nun auch, umma wieder raus zu kommen. Und standen vor einem Mehrfamilienhaus. Im Garten. Ohne Ausgang. Schon wieder eingesperrt. Gott sei Dank saßen da ein Ehepaar beim Grillen. Die konnten wir fragen und netterweise holten sie den Schlüssel und haben uns durch den TZaun gelassen. Sonst hätten wir den ganzen Weg wieder zurück gehen müssen. So konnten wir unseren Weg weiter Richtung Japaner gehen.
Da wir auf dem Weg an einem großen Biergarten vorbeikamen, fragten wir sicherheitshalber nach, ob es noch etwas zu essen gibt. Da hatte die Küche aber schon zu. War ja auch schon nach 21:00. Also weiter zum Japaner und dort hatten wir Glück. Es gab einen Tisch, die Küche hatte gerade noch auf (auch wenn uns der Kellner darum bat, nicht unbedingt Sushi zu nehmen, da die Köchin heute alleine in der Küche ist) und es war gemütlich. Es gab Reis-Bowls, Ramen und Mandus. Die Bowls waren sehr lecker, nur der Ramen war ungewöhnlich scharf. Und den hatte ausgerechnet Tamara, die gar kein scharf mag.
Ramen
Um 23:00 machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Die Mädels chillten noch etwas, Tanja und ich quatschten noch bei einem Glas Wein. Und dann war auch dieser Tag zuende.
Heute schlafen wir sogar noch länger. Also die Mädels und Tanja. Ich buche in der Zwischenzeit das Hotel in Konstanz (ein ganz kurzfristig reingekommenes Angebot bei Booking.com, das ich sonst nicht genommen hätte) und recherchiere noch für die Tage danach. Gegen Mittag sind dann alle wach und wir frühstücken ausgiebig und quatschen lange. So geht es erst nachmittags raus Richtung Olympiaturm.
Graffiti in der Unterführung
Zu Fuß und mit dem Bus erreichen wir das ehemalige Olympiagelände, das für die Spiele 1972 errichtet wurde und somit dieses Jahr Jubiläum feiert. die Architektur ist beeindruckend. Das ganze Gelände wird auch weiterhin genutzt. Der Olympiaturm ist 297m hoch und diesmal gibt es nur einen Aufzug. Kein Treppensteigen notwendig, ich weiß auch gar nicht, wie lange das gedauert hätte. Der Aufzug fährt mit 7m/sec hoch und runter. Danach ist einem kurz schlecht.
Der Olympiaberg – nur Bauschutt. Sonst wäre es hier platt.
Das Olympia-Schwimmbecken
Blick von oben
Danach wandern wir zum Tollwood Festival, das hier seid Jahrzehnten stattfindet. Ein alternatives Festival mit viel Musik, Essen und Verkaufsständen. Auf dem Weg dahin, kommen wir an dem Open Air Kino vorbei, dass neben der Schwimmhalle steht. Die Leinwand besteht aus einer aufblasbaren Wand und ist riesig. Ein Blick auf das Programm zeigt, dass heute Abend „Phantastische Tierwesen 3 – Dumbledores Geheimnis“ läuft. Kurzentschlossen kaufen wir Karten. Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist. Aber erstmal zum Festival und etwas essen. Dort herrscht ein buntes und entspanntes Treiben. Wir laufen einmal drumherum, bis jeder den richtigen Stand mit seinem Essen für den Abend gefunden hat. Und so gibt es tibetanische Momos und Nudelbowl, einen Burger und Langos. Danach noch Crêpes und frische Kokosnuss.
Skulpturen gibt es auch – alle mit Bezug auf Nachhaltigkeit
Gesättigt und nach einigen Eindrücken müssen wir auch schon zurück zum Open Air Kino. Popcorn holen und Getränke, noch mal zur Toilette und der Film fängt schon an. Tanja holt doch noch die Kuscheldecken, die man sich ausleihen kann. Es wird doch recht kalt , obwohl es so heiß war tagsüber.
Nach dem tollen Film fahren wir mit dem Bus wieder zurück. Die Mädels schlafen bei Licht und Musik müde ein, wir quatschen noch bis tief in die Nacht.
Heute schlafen die Mädels besonders lange. Tanja ist schon wach und hat sogar schon den Frühstückstisch gedeckt. Wir können gemeinsam etwas frühstücken bis sie von ihren Eltern abgeholt wird und ein Musical besucht.
Ich frühstücke mit den Mädels zusammen zuende und dann machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Als erster Punkt steht heute die Liebfrauenkirche auf dem Plan.
Wir wollen in die Kirche rein, aber auch auf den Turm, um einen Blick auf München werfen zu können. Aber als erstes geraten wir in den CSD, der an diesem Tag in München stattfindet. Wie wir hinterher herausfinden, findet dieser inzwischen in vielen deutschen Städten an verschiedenen Tagen über das ganze Jahr verteilt statt. Und heute ist halt München dran. Also müssen wir uns den Weg durch das bunte Treiben bahnen. Ein bisschen wie Karneval, nur mit einem Schwerpunkt auf Regenbogenfarben. Und keine Fellkostüme, und mehr nackte Haut. Eine sehr entspannte Stimmung. Wir sehen Stände von all denen, die gerne mit der queren Community gesehen werden wollen und sich gerne offen zeigen wollen. Verschiedene Parteien sind vertreten (SPD, Die Grünen, die Partei und selbst die CSU, nur die AfD fehlt), die Bundespolizei, die Polizei (mit Polizeiwagen zum Ausprobieren und Foto machen), der Oberbürgermeister von München, Sportvereine, aber dann auch die Schwulen- und Lesbengruppen, die man erwartet hätte. Das Rathaus und viele andere Gebäude sind mit Regenbogenflaggen geschmückt.
In der Frauenkirche angekommen, kaufen wir zunächst Tickets für den Turmaufstieg und nach kurzer Wartezeit geht es hoch. Hier gibt es erst einen Treppenaufgang und danach geht es nur mit dem Aufzug weiter. Der Ausblick über München lohnt sich. Wir können nicht nur das bunte Treiben zu den Füßen der Frauenkirche sehen, sondern bis zu den Alpen.
Anschließend geht es wieder runter und wir besichtigten den Innenraum.
Der Hunger meldet sich und so geht es mit einem kurzen Abstecher in eine Buchhandlung auf den Viktualien Markt. Da wir da gegen den Strom laufen müssen, ist das zeitweise gar nicht so einfach. Aber dann sind wir da und finden mit ein bisschen Glück auch einen Tisch. Da wir aber zu dritt an einem 8er-Tisch sitzen, werden wir kurz danach umgesetzt zusammen mit einer anderen Dreier-Gruppe. Die Damen haben schon eine Flasche Wein intus und sind gut drauf. Wir bestellen eine Brotzeit, Schweinebraten und Münchner Würstchen mit Sauerkraut. Alles sehr lecker.
Gesättigt geht es weiter. Zuerst schauen wir uns noch das Finale des Umzuges an, der am Viktualien Markt vorbei Richtung Marienplatz zieht. Auf LKWs und – politisch korrekt die Grünen auf Fahrrädern – geht es mit viel Musik und Tanz zum weiteren Feiern. Hier markiert nicht der orange Wagen das Ende, sondern eine Fußgruppe mit gelben Westen.
Weiter geht es mit ein paar Eindrücken aus der Stadt und ein wenig Shopping.
Die Mädels wollen unbedingt einen Milchshake und die nächste und noch geöffnete Eisdiele ist wieder am Viktualien Markt. Diesmal nehmen wir nicht den direkten Weg durch die Menge, sondern einen kleinen Umweg. In der Chocolaterie Beluga werden wir fündig und der Milchshake ist super.
Abschließend laufen wir noch zum Englischer Garten, um ein wenig zu entspannen. Wir bleiben direkt am Anfang und schauen dem munteren Treiben auf dem Eisbach und den Surfern auf der Eiswelle zu.
Noch satt geht es wieder nach Hause. Die Mädels entspannen weiter bei Musik und Hörspiel sowie Instagram. Tanja und ich können noch bis in die Nacht quatschen.
[So. Und jetzt habe ich den Beitrag zweimal geschrieben, weil mir WordPress dummerweise den die erste Version gelöscht hat. Doofes Programm.]
Das Kleid, das ich Sarah gestern gekauft habe, hat einen zu weiten Ausschnitt. Um den zuzunähen, brauche ich Nadel und Faden und das Reisenähset ist sinnigerweise zuhause. Also muss ich in den Stoffladen Holzschuh in Bamberg, an dem wir schon ein paar Mal vorbeigekommen sind. Schließlich liegt der ganz in der Nähe unseres Hauses. Da dieser um 9:00 Uhr aufmacht und wir heute weiter nach München fahren wollen, bin ich um 9 Uhr vor dem Laden. Die Kinder schlafen noch etwas, wir wollen den Zug um 10:40 Uhr nehmen. Wenn der fährt, denn es scheint eine massive Störung zwischen Bamberg und München zu geben. Bei einigen Zügen steht, dass sie ausfallen.
Der Laden ist riesig und so kann ich ungestört stöbern. Es gibt alle Argen von Stoffen und ich finde tatsächlich zwei, die unbedingt mitmüssen. Dazu bekomme von den Besitzern gute Tipps für Nürnberg (Eisdiele und Kaffeerösterei). Sehr nett.
Die Mädels sind tatsächlich wach, als ich wiederkomme und haben fast alles gepackt. Wir machen uns auf den Weg zum Bahnhof und bekommen gerade so den Zug nach Nürnberg. Aber nur, weil er 2 Minuten Verspätung hat. Die Fahrt dauert nur 40 Minuten und ist problemlos. Aber schon recht voll, da ja die Züge davor ausgefallen sind. Trotzdem bekommen wir einen Sitzplatz. Am Hauptbahnhof angekommen, müssen wir erstmal die Schließfächer finden. Der Bahnhof ist um einiges größer als der von Bamberg (ok, kein Wunder. Nürnberg hat 600.000 Einwohner und Bamberg nur 78.000). Ohne Gepäck geht es Richtung Kaiserburg und Hallertor (da soll die tolle Eisdiele sein).
Wandbild in der U-Bahn
Am Fleischtor
Das Rathaus
Unterhalb der Burg
Aber vor den Ausblick auf Nürnberg hat der liebe Gott den Aufstieg auf die Burg gestellt. Die sind ja bekanntlich gerne an der höchsten Stelle, um eine gute Rundumsicht zu haben. Also müssen wir ganz schön kraxeln, aber schließlich haben wir es geschafft. Und die Anstrengung hat sich gelohnt. Die Burg ist fest mit dem Berg verbaut, der Sandstein wurde richtig integriert. Und oben gibt es den Maria Sibylla Merian – Garten. Hier hat sie viele Blumen und Schmetterlinge beobachtet.
Maria Sibylla Merian Garten
Burginnere
Wir gehen. Ichs nicht komplett rein, sondern machen uns aufgenommen Weg zu der hochgelobten Eisdiele „Die kleine Eismanufaktur“ und zur „Kaffeerösterei Bergmann“. Dazu müssen wir wieder den Berg runter und uns rechts halten. Das Eis ist wirklich gut und es gibt sehr exotische Sorten (Lakrids, Orange-Salbei, Kokos mit Mango, usw.)
Abgekühlt (3 Kugeln waren echt zu viel) machen wir uns auf den Weg in die Aktstadt. Dort finden die angeblich älteste Buchhandlung Deutschlands und auf dem Markt den angeblich besten Käsekuchen Deutschlands. Den kann sich Tamara natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen. Und er ist wirklich viel besser (cremiger, leichter) als meiner. Hmm.
Auf der Suche nach einer Coronateststelle stolpern wir über einen tollen Gewürzladen ( Gewürze der Welt) und zwei Currymischungen und ein Mitbringsel für T wandern in unsere Tasche. Aber der Duft war einfach zu verlockend.
Und dann finden wir endlich die gut versteckte Coronateststelle. Aber vor den Test hat das Zentrum das Anmelden gestellt und das ist garnicht so einfach bei denen. Zum Beispiel ist die Ausweisnummer ein Pflichtfeld und für Sarah habe ich keine. Ich trage meine doppelt ein und die Frau akzeptiert es nach Nachdruck. Aber für eine Zwölfjährige gibt es noch nicht zwingend einen Ausweis. Aber dann sind wir endlich angemeldet und der Test kann losgehen. Und was für ein Test. Sehr ausgiebig und tief in den Rachen und dann mit dem gleichen Stäbchen ausgiebig und sehr tief in ein Nasenloch. Also wenn da nichts dran ist, haben wir wirklich nichts. Und alle Tests sind wirklich negativ. Und wir hetzen zum nächsten Zug.
Die Fahrt nach München dauert jetzt noch einmal 3 Stunden, aber wir haben wieder Glück und bekommen Platz in einem Vierersitz. Eigentlich verläuft die Zugfahrt recht ruhig. Die Mädels lesen, schauen Serienfolgen, hören Hörspiele und schlafen.
Ich kann was schreiben. Bis kurz vor dem Ziel ein Polizist oder Sicherheitsbeamter ausgerufen wird. Erst soll er in die Fahrerkabine kommen, dann auf den Bahnsteig. Und in Dachau (letzte Station vor München heißt es dann die Weiterfahrt wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Also doch aussteigen und die S-Bahn nehmen? Oder werden es nur 5 Minuten? Bevor wir uns entscheiden können, kommt auch schon die Durchsage, dass alle einsteigen sollen, weil es weitergeht.
Und dann sind wir auch schon da. Jetzt nur noch zu T fahren, das dauert nicht so lange. Hier können wir bei einer Freundin schlafen, die in München wohnt. Ankommen, einrichten und dann gehen wir sehr lecker indisch essen.
Danach quatschen wir noch lange und die Mädels chillen mit ihren Handys.
Mal wieder gibt es ein spätes Aufstehen. Ich habe halt Teenager dabei. Die nagen in der Nacht Videos und Instagram. Sie wollen ja chillen.
Gegen Mittag fahren wir mit dem Bus nach Bamberg rein. Lustigerweise werden hier alle Haltestellenansagen von verschiedenen Kindern gesprochen. Normale Ampeln, aber alternative Busfahrten.
Es gibt im Café/ Bäcker „Der Beck“ ein belegtes Brötchen zum Frühstück. Gefühlt ist hier jeder zweiter Laden ein Bäcker. Das Viertel Fladenbrot mit Antipasti drauf, macht wirklich satt. Und Sarah schafft ihr Schnitzel im Brötchen gar nicht auf.
Gestärkt geht es in die Innenstadt, alte Häuser gucken und diesmal zum Shopping. In der Inselstadt geht in den obligatorischen Buchladen (wir besuchen ja in jeder Stadt die Bücherläden), diesmal wird es u.a. Osiander (weitere kleine folgen). Da es aber immer wärmer wird, besteht der Bedarf nach einem Rock/ Kleid bei Sarah und einer kurzen Hose bei Tamara. So besuchen wir verschiedene Geschäfte und werden auch fündig. Es gibt genügend kleine Läden hier. Das einzige, das stört, ist der Verkehr. Gefühlt befindet man sich in einer Fußgängerzone, aber ständig fährt ein Auto an uns vorbei.
Da ich gelesen habe, dass das Naturhistorisches Museum hier klein, aber mit Wattenscheider Plattenkalk Fossilien, sowie einen Saal für Geologie und Mineralogie und einem außergewöhnlichen Vogelsaal ausgestattet sein soll, müssen die Mädels da durch. Und tatsächlich haben sie sogar ein wenig Spaß daran. Und die Ausstellung ist wirklich sehenswert.
Von der Inselstadt geht es zur Bergstadt. Bamberg ist klein (nur 78 000 Einwohner), aber sehr unterschiedlich strukturiert. Die Bergstadt sieht wirklich ganz anders aus.
Bevor es zum Dom geht, essen wir noch ein Eis auf der Brücke zum Alten Rathaus. Das ist über und über bemalt, der Zugang erfolgt über verschiedene Brücken. Sehr malerisch das Ganze.
Wir machen uns auf den Weg zum Dom, der noch eine Stunde geöffnet hat. Direkt vor der Eingangstür beginnt wieder Sarahs Nasenbluten. Immerhin nicht so stark wie in Hamburg, aber immerhin. Auch das geht vorbei und nach einer Katzenwäsche geht es in den Bamberger Dom rein.
Im Dom schauen wir uns die verschiedenen Skulpturen und die Reliquie des Bischofs Otto an (ein Knochen). Und dann hätten wir beinahe den Bamberger Reiter übersehen. Da sich jedoch neben dem na Leute über ihn unterhalten, werden wir auf die Statue noch aufmerksam. Hängt jedoch- wie auch die Orgel- in luftiger Höhe.
Nach dem Dom bummeln wir noch ein wenig durch die Bergstadt. Der Ayurvedische Buchladen hat nicht viel für die Mädels, direkt darunter scheint das „St. Pauli“ von Bamberg zu sein. Zumindest wird da sehr lautstark ein oder mehrere Junggesellensbschiede gefeiert. Mit Ballermann-Liedern und Karnevalsschlagern. Die Häuser sind jedoch sehr malerisch.
In die vierte Buchhandlung schaffen wir es nur kurz. Aber immerhin 10 Minuten können wir stöbern, bevor wir wirklich rausgeschmissen werden. Danach machen wir uns auf den Weg nach Hause.
Den angekündigten Regenguss verbringen wir im dm und im Bus nach Hause. Dann gibt es ausgiebiges Duschen, Abendessen und einen Fernsehabend.
Da der Vermieter Sky hat, können wir uns das 20th Anniversary of Harry Potter ansehen. Und schon mal packen. Morgen geht es weiter Richtung München.
Heute geht es wieder weiter. Das Apartment wird aufgeräumt verlassen und wir bringen das Gepäck zum Bahnhof.
Vor dem Grünen Gewölbe wollen wir uns noch den Goldenen Reiter sehen. Da kommen wir vom Bahnhof aus, am besten mit der Straßenbahn hin. Und dann noch ein Spaziergang am Elbufer. Der Reiter ist wirklich mit Blattgold vergoldet ( wollte ich ja nicht glauben) und zeigt August den II. (August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen) auf einen levadierenden Pferd. Laut einer Stadtführerin ist genau das das besondere bei dem Standbild. Normalerweise sind immer alle vier Hufe auf der Erde.
Auf dieser Seite der Elbe gibt es einiges an „Baum“Kunst im Barocken Viertel zu sehen. ob das nur eine Sommeraktion ist oder länger dort hängt, können wir nicht in Erfahrung bringen. Sieht aber lustig aus. Dazwischen sind überall Tafeln, auf denen die Auftritte verschiedener Künstler angesagt werden.
Dann machen wir uns auf den Weg ins Residenzschloss Da es heute heiß zu werden scheint, ist es auch ganz gut, wenn wir über Mittag in klimatisierten Räumen sind.
Vorher kommen wir noch am berühmten Fürstenzug vorbei. Die Namen der Fürsten sind einfach zu köstlich. Vielleicht schaffe ich es, die Bilder zu einem Panorama zusammen zu setzen.
Im Residenzschloss sind mehrere Sammlungen untergebracht. Ins Neues Grünes Gewölbe können wir so ohne Zeitbeschränkung und auch vor dem gebuchten Zeitslot rein. Der gilt nur für das Historisches Grünes Gewölbe. Aber erstmal müssen wir auch die Bauchtasche einschließen, um dann für den Audioguide wieder einen Ausweis herauszuholen. Aber letztendlich haben wir alle drei einen Audioguide und können uns die Kunstwerke geführt ansehen. Da sind schon skurrile Werke dabei. Und viel mit Naturmaterialien.
Ins Historischen Grünen Gewölbe kommt man nur durch eine Sicherheitsschleuse, nach doppelter Kontrolle und extra Check. Und es gibt andere Audioguide, die gerade geholten, müssen wir wieder einschließen. Und wir dürfen natürlich keine Fotos machen. Die Pracht der ausgestellten Stücke ist enorm. Alles ohne Glas davor, nur im Juwelenzimmer sind die Juwelen hinter Glas. Nach den 8 Räumen sind wir alle erschlagen und haben keine Aufnahmefähigkeit mehr für die anderen Räume im Residenzschloss. So geht es kurz ein Brötchen holen und dann zum Zug nach Bamberg.
Der Zug wird wirklich voll. Da Sarah am Anfang so zum Zug gespurtet ist, sind wir noch vor zwei Schulklassen drin und bekommen sogar Sitzplätze. Die sind tatsächlich sehr rar in dem Zug. Und noch nicht malin Berlin habe ich so viele Leute gesehen, die keine Maske tragen. Die Fahrt ist recht anstrengend und wir sind froh, endlich in Hof anzukommen. Mit ein wenig Glück wartet der Anschlusszug auf uns und wir können direkt weiterfahren nach Bamberg. Der Zug besteht nur aus einem Wagen, wir bekommen aber dennoch einen Vierersitz.
Unsere Unterkunft in Bamberg – ein kleines Haus mit Garten – ist schnell gefunden. Die liegt in der Nähe des Bahnhofs, ist aber sehr ruhig. Und der Vermieter wartet schon auf uns zur Schlüsselübergabe und Bezahlung. Und wir bekommen sehr viele Tipps , was wir uns ansehen können und wo wir essen können. Da wir ziemlichen Hunger haben, machen wir uns direkt auf den Weg ins Brauhaus Sternla. Dort gibt es fränkische Küche und so können wir Schäufälä und Schnitzel essen. Sehr lecker. Und wir unterhalten uns sehr nett mit ein Paar Österreicher, die ein paar deutsche Städte (u.a. Köln und Münster (wegen des Börne und Thiel)) besuchen. Eine Runde Karten und es geht zurück ins Haus. Diesmal bekommen wir auch den Bus. Den Blutmond kann ich leider nur über dem Bahnhof fotografieren.
Die Mädels sind noch müde und so stehen sie wieder etwas später auf. Ich nutze die Zeit zur Recherche und muss leider feststellen, dass das Grüne Gewölbe ausgerechnet dienstags zu hat. Da möchte ich aber unbedingt rein. Also hilft nur kurzfristiges Umplanen: wir bleiben länger in Dresden und fahren erst Mittwoch Nachmittag nach Bamberg. Dann können wir mittags noch ins Grüne Gewölbe. Damit wir auch noch genügend von Bamberg sehen können, versuche ich noch eine weitere Nacht in Bamberg zu buchen. Und wirklich- da habe ich Glück. Das kleine Haus ist in der Nacht noch frei. Also Tickets für 12:00 gekauft, das Haus gebucht und die Kinder informiert. Und in München können wir auch einen Tag später ankommen. Läuft also.
Unser kombiniertes Frühstück/ Mittagessen wollen wir heute australisch abhalten: im Ayers Rock. Es gibt Känguru Steak und Burger sowie Kuchen für Sarah, die kein Känguru essen möchte. Alles sehr lecker.
Danach besichtigen wir erstmal die Liebfrauenkirche. Und da wir noch zu wenige Schritte haben, wird es auch hier ein Aufstieg auf die Kuppel. Diesmal zählen wir die Treppenstufen: es sind 257. Zwischendurch kann man immer wieder ins Innere schauen. Toll restauriert bzw. wieder aufgebaut. Und der Ausblick ist fantastisch.
Stück aus der Kuppel
Anschließend möchte ich in den Zwinger. Bei diesem wird der Innenhof saniert (soll noch 2 Jahre dauern), so dass der Mittelteil nicht so schön aussieht. Mehr wie eine archäologische Grabungsstelle. Die Gebäude sind aber nicht betroffen.
Vor allem interessant mich die Ausstellung mit den Mathematisch-Physikalischen Instrumenten im Mathematisch Physikalischer Salon. Aus verschiedenen Jahrhunderten gibt es Uhren (inkl. Taschensonnenuhren), Rechenmaschinen, Erd- und Himmelsgloben, Fernrohre, Arztbestecke und vieles mehr. Sarah hat nach 1 Stunde keine Lust mehr und wartet draußen. Wir bleiben noch ein bisschen.
Es wird knapp, aber die Zeit reicht gerade noch so: als letzter Punkt heute steht noch Pfunds – der schönste Milchladen der Welt – auf dem Programm. Der ist allerdings auf der anderen Seite der Elbe und am schnellsten zu Fuß zu erreichen. Und wie die anderen Geschäfte auch, macht er um 18:00 Uhr zu. Also müssen wir uns sputen, was den Mädels diesmal schwer fällt, weil es schon ziemlich warm geworden ist. Also über die Brücke, nur ein ganz kurzer Blick auf den goldenen Reiter und entlang der Elbe nach Süden. Kurz durch den Rosengarten und um 17:50 Uhr sind wir da. Und der Spurt hat sich gelohnt: die Fliesen sind wirklich außergewöhnlich. Wir bekommen auch noch frische Buttermilch und lokalen Käse, dann werden wir herausgebeten.
Anschließend habe ich den Mädels ein Eis im Café im Rosengarten versprochen. Der Weg ist nur kurz und wir bekommen den letzten freien Tisch. Das Eis ist ok, man bezahlt aber auch die Lage mit. Ein Spaziergang an der Elbe und Übersetzen mit der Fähre (Teil des öffentlichen Nahverkehrs) rundet den Tag ab. Wir sind wieder zuhause und heute gibt es nur Nudeln. Ganz simpel. Die Mädels Vergnügen sich auf dem Zimmer mit Videos und Instagram. Ich mache noch einen Spaziergang an der Elbe. Nachts an der Elbe ist relativ viel los. Und man merkt sofort, wenn man durch eine Wiese läuft. Sofort ist es mehrere Grad kühler. Als ich ins Apartment komme, schlafen die beiden noch lange nicht. Aber dann.