London 2022 – Tag 1 – Die Hinfahrt mit dem Eurostar, ein wenig Marathon und Big Ben

Frühes Aufstehen

Fahrt mit Regionalbahn und ICE nach Brüssel, warten am Bahnhof

Fahrt mit dem Eurostar, 50 Minuten warten vor dem Tunnel

Ankunft St. Pancras International, aufladen der Oyster karten am Terminal

Ankunft YHA

Spaziergang am Piccadilly Circus und The Mall vorbei (Marathon), Essen im St. Stephen Pub

Fotos von Big Ben und London eye in der Nacht

Tag 17: Konstanz – Stoffe, Häuser, Bummeln und das Rezept für eine Tomatensoße, die auch Tamara schmeckt

Wie immer bin ich vor den Mädels wach. Und wir hatten auch abgesprochen, dass ich mich heute früher alleine auf den Weg mache und schön Stoff shoppen kann, die Mädels ausschlafen und duschen und dann treffen wir uns später. Also kann ich mich schon morgens – bei etwas geringeren Temperaturen als gestern – auf durch die Fußgängerzone machen. Hier haben ganz viele Häuser einen Namen und sind bemalt. Kleine und große Geschäfte sind in den alten Häusern untergebracht, man hört viele verschiedene Sprachen um einen herum. Kein Wunder, das Konstanz so beliebt ist. Man hat von allem etwas, mit südländischen Flair gepaart, richtig schön.

Bis 11 Uhr „muss“ ich durch die Stadt bummeln, erst dann macht der Stoffladen auf. Das Kappi im Hutladen nehme ich nicht mit. Sie ist zwar schön, aber 170€ sind mir für eine Mütze dann doch zu viel Geld, auch wenn sie in Italien gefertigt wurde. Vielleicht näh ich mir den Stil noch nach.

Nun hat auch der Stoffladen auf und ich muss mich erstmal entscheiden. Und das fällt mir hier wirklich schwer. es gibt viele schöne Stoffe, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe. Lustigerweise ist auch hier ein Ehepaar aus Bonn als weitere Kunden vor Ort. Iran Ende entschließe ich mich, den Stoff doch nicht schicken zu lassen, sondern ihn selber zu tragen. Sollte auch gehen, nachdem das Gepäck ja schon kleiner geworden ist.

Jetzt bringe ich ihn aber erstmal ins Hotel. Tamara schickte schon die Nachricht, dass sie bald fertig ist und der vereinbarte Treffpunkt (die Eisdiele) hat noch zu. Und ich muss den Stoff nicht den ganzen Tag tragen. Also die Mädels im Hotel eingesammelt und dann zusammen durch die Stadt bummeln. Sie haben ja noch nicht die schönen Häuser gesehen.

Die Eisdiele hat nun doch auf und wir können weitere Sorten probieren. Durch kleine Passagen und Seitenstraßen, an vielen kleine Geschäften vorbei. Leider hatte der Olivenholzladen eine zu große Anziehungskraft. Und plötzlich stehen wir vor einem Sushi-Schild. Das wäre es jetzt zum Mittagessen. Also rein. Der Laden sieht auch sehr gemütlich aus, nur gar nicht asiatisch. Es stellt sich heraus, dass wir das falsche Restaurant betreten haben und beim Mexikaner gelandet sind. Aber der Japaner hat Urlaub und hier ist es nett, also gibt es heute lateinamerikanisch. Enchiladas, Tacos und Arepas, dazu selbst gemachte Limonade. Alles sehr lecker, nur für Tamara wieder etwas zu scharf.

Es geht weiter, wir können jetzt in die kleine Buchhandlung rein, die nun auf hat. Tamara kann endlich eines der Bücher kaufen (na ja, kaufen lassen), das sie unbedingt wollte. Auch sie hat wieder Platz im Koffer.

Nun fehlt uns noch der Münster. Auf dem Weg dahin, gibt es noch ein Eis (nein, wir sind nicht eissüchtig, aber es ist echt lecker) und dann muss das ja auch erstmal aufgeschleckt werden.

Langsam zieht sich der Himmel doch zu, noch fallen aber nur ein paar Tropfen. Wir können noch ein paar Minuten mehr bummeln und ein kleiner Abstecher in das Spielegeschäft) ist auch noch drin, spielen aber schon mit dem Gedanken heute ein frühes Abendessen einzulegen. Und italienisch ist gewünscht, das passt zu den Vibes.

Aber bevor es richtig losgeht, spazieren wir noch auf die andere Seite von Konstanz. Über die Brücke über den Rhein (auf einem kleinen Stück zwischen Obersee und Untersee ist es der Rhein).

Auf der anderen Seite ist nämlich noch die Seestrasse. Und deren Häuser sind auch sehr sehenswert. Und wir können mal die Füße in den Bodensee stecken. Baden ist ohne Badesachen nicht drin, aber immerhin.

Dann zieht es sich aber richtig zu und wir laufen wieder zurück.

Und als der Regen richtig einsetzt, sind wir auch gerade vor dem ausgesuchten Restaurant Pastis.

Die müssen nur erstmal alle Gäste von der Terrasse versorgen (es schüttet spontan) und dann bekommen wir auch einen Tisch. Einfache, aber gute italienische Küche in einem urigen Keller. Es gibt Brotsalat, Pasta mit Tomatensoße und Penne Carbonara.

Und Sarah bestellt sich eine Tomatensoße, die sogar Tamara schmeckt. Und das will was heißen, da sie sonst maximal Bolognese mit Tomaten mag. Ich kann zum Schluss noch das Rezept bei der Wirtin ergattern: das Geheimnis sind nur wenige Zutaten und laaaange köcheln lassen.

Tomatensoße a la Pastis: Zwiebeln braun anrösten, dazu geschälte Tomaten und Basilikum. Kein Wasser oder Tomatenmark dazu. Mindestens 2 Stunden köcheln lassen. [Im Haushalt mit einer kleineren Menge könnten auch 45 Minuten ausreichen. Schätzt die Wirtin.] Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig. 

Der Regenguss ist vorbei, der nächste soll bald kommen. Wir schlendern zum Hotel zurück und verbringen den Abend ruhig mit lesen, spielen und chillen. Am Abend und in der Nacht regnet es noch viel.

Tag 16: München – Lindau – Konstanz: Bahnfahrt, Fährfahrt und der erste Abend

Heute steht die Abreise von München an. Zusätzlich ist für heute der heißeste Tag des Jahres vorhergesagt. Aber zunächst heißt es Koffer packen. Nach der kurzen Nacht tut der Tee gut und wir frühstücken noch einmal alle zusammen. Und dann muss alles doch ganz schnell gehen, weil wir uns wieder etwas verquatscht haben. Danke Tanja für den schönen Aufenthalt.

Aber wir schaffen es, zu der angepeilten Zeit aufzubrechen. Nur der Münchner Hauptbahnhof stellt uns noch vor einige Schwierigkeiten, da wir zunächst nicht die richtigen Schilder zur DB finden. Dazu sind es zu viele verschiedene Ebenen und Wege. Also kurzerhand einen Mitarbeiter gefragt und dann ging es bis ans Ende des Gleises der S-Bahn, die Treppe hoch, rechts, bis ans Ende der Ebene, links, die Treppe hoch und wieder links. Und geschafft: das sind die Gleise der DB und wir kommen netterweise auch ganz in der Nähe des von uns benötigten Gleis 28 aus. Nur steht da ein falscher Zug. Dachten wir. Das gilt nur für den ersten Teil. Hier werden ganz häufig mehrere ( ich habe bis zu drei verschiedene gesehen) Züge aneinander gehängt, die dann irgendwo geteilt werden. Nachdem wir also weiterlaufen und noch einen Mitarbeiter fragen, kommen wir zum richtigen Abschnitt bzw. Zug. Und finden direkt einen schönen Vierertisch. Und hier gibt es sogar richtig große Ablagen für die Koffer und den Rucksack. Und einen Schaffner, der alles im Griff hat. Perfekt. Pünktlich geht es los nach Lindau.

Die Fahrt verläuft sehr ruhig und entspannt. Ich kann auch online die Fährkarten buchen. Um halb eins sind wir in Lindau und haben sogar noch eine halbe Stunde bis die Fähre ablegt. Zeit genug, um kurz in einem Café am Hafen einen Kuchen und eine Portion Pommes zu essen. Da zahlt man aber auch die Lage mit. Lindau macht einen sehr schönen Eindruck, sollten wir uns auch einmal näher anschauen.

Zum Schluss wird doch noch knapp und so hetzen wir zum Anleger. Eine Durchsage kommt und ich höre, dass die Fähre am Pier 2 ablegt. Geschafft, an Board und kurz nachgefragt, ob das auch did Fähre nach Konstanz ist – anscheinend gibt es hier mehrere – und richtig, wir sind falsch. Diese fährt nach Bregenz. Also wieder runter, bei der Schlange an Pier 3 abgestellt und da kommt auch schon unsere Fähre. Wir bekommen einen Tisch auf dem oberen Deck und die Mädels können in den nächsten drei Stunden ihre Serien weiter schauen. Ich genieße die Fahrt auf dem Bodensee. Es war die richtige Entscheidung die längere Bootsfahrt statt der längeren Bahnfahrt zu nehmen. Das Wetter ist fantastisch und wir steuern jeden einzelnen Ort zwischen Lindau und Meersburg am Bodensee an. Kein Wunder, dass hier so viele Urlaub machen, ein Ort scheint netter als der nächste zu sein. Zumindest vom Wasser aus. Dazu kann man segeln, wandern und viele sind mit dem Fahrrad unterwegs.

Schließlich kommen wir in Konstanz an. Zu Fuß geht es zum Hotel, das diesmal in der Altstadt liegt. Wenn es nicht das Angebot auf Booking.com gegeben hätte, hätte ich es sicher nicht gewählt, da zu teuer für das Reisebudget. Und da ich die Diskussion um das Angebot noch gewonnen habe und der Rabattpreis gilt, sind wir jetzt sehr neugierig, wie toll so ein teures Zimmer nun wirklich ist.

Konstanz begrüßt uns schon sehr quirlig. Es hat eindeutig „Italian vibes“ wie es Tamara so schön ausdrückt. Der Weg zum Hotel ist schnell gefunden. leider habe ich doch vergessen ein Bild vom Zimmer zu machen. Vorweggenommen: so viel besser als die anderen Zimmer war es nicht. Sogar kleiner als manch anderes. Aber sauber, mit gutem Bad und es wurde sogar morgens das Zimmer aufgeräumt (sehr zum Befremden von Sarah, die so dekorativ ihre Sachen über den Boden verteilt hatte und gefaltete Blusen vorfand. Das war ihr dann doch peinlich.) Man zahlt die Lage (und die Geschichte des Hauses). Aber von außen sieht es toll aus. Der Empfangschef ist ein bisschen dösig oder es liegt an der Hitze.

Nach einer Pause bummeln wir durch Konstanz und finden als erstes eine tolle Eisdiele. An die teuren Eispreise (bis 1,70€ pro Kugel) haben wir uns ja schon gewöhnt. Vernünftigerweise nehmen wir nur eine Kugel, mehr würde schnell schmelzen. Und das zweite Mal stolpere ich direkt über einen kleinen Stoffladen. Erst das Eis aufessen und dann noch einen kurzen Blick rein. Es ist 5 vor 6 und auch hier sind die Schließzeiten 18:00Uhr. Und die Auswahl ist wirklich grandios. Und nur Stoffe, die ich nirgends anders gesehen habe. Und die schicken sogar Pakete. Also schon mal notiert: morgen früh muss ich hier noch einmal rein.

Jetzt geht es erstmal weiter durch die Stadt und Richtung Hafen. Wir haben langsam etwas Hunger.

Am Hafen werden wir schnell fündig, der Ausblick ist toll. Die Bedienung und das Essen leider nur mittelmäßig bis schlecht. Immerhin können die Mädels die gewünschten Gerichte (Käsespätzle und Knödel) bekommen. Aber ok, morgen auf jeden Fall woanders. (Das Lokal war „Step 4“, als Warnung für die Zukunft ). Und ich habe mit Tamara eine kurze Diskussion über Trinkgeld. Ja, da wäre keins sicher angemessen gewesen.

Gesättigt bummeln wir am Hafen weiter. Historische Gebäude, moderne Einrichtungen, entspannte Menschen, Musik im Hintergrund, das „Meer“ daneben, hier läßt es sich leben. Was ich auch dazu gelernt habe: die Imperia dreht sich die ganze Zeit.

Im Stadtpark (direkt neben dem Hafen) wird Livemusik gespielt. Es dauert eine Weile bis wir herausgefunden haben, dass es das Jubiläumskonzert eines Musikvereins in der Konzertmuschel ist. Sehr schön. Die Mädels müssen nur dringend auf die Toilette und machen sich auf den Weg zum Hotel. Dann können sie etwas chillen und sich vom heißen Tag erholen. Ich bleibe im Stadtgarten.

Am Ufer des Bodensees ist Abendstimmung. Ein Hund jagt Stöckchen im Wasser, Gäste und Einheimische flanieren am Ufer und neben mir sprintet immer ein Mädel ganz schnell zur Parkbank und setzt sich dekorativ hin. Merkwürdiges Verhalten. Beim Weggehen sehe ich allerdings die Kamera mit Zeitauslöser und kann das Verhalten nun einordnen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass es sich um Miriam handelt, die lange Zeit als Studentin für Katharina im Museum gearbeitet hat und jetzt auch hier Urlaub macht. So klein ist doch die Welt.

Ich schlendere weiter durch die Stadt und hole mir noch ein Eis. André Eisdiele, gut, aber nicht so gut wie die andere. Eisdielen gibt es hier wirklich viele.

Den Abschluss des Tages macht ein Glas Wein in einem schönen Hinterhof. Dann geht es auch mich zurück zum Hotel. Sarah hat geduscht und beide sind noch wach. Die Nacht wird allerdings heiß und laut. Altstadtlage halt. Und ein Ventilator.

Tag 15: München – Starnberger See und die Essenssuche

Der Morgen beginnt ruhig. Ich frühstücke mit Tanja zusammen, die Mädels schlafen was länger. Damit wir nicht ganz so viel tragen müssen, stellen wir ein Paket zusammen, dass nach Bonn geschickt wird. Aus Ausflugsziel haben wir uns heute den Starnberger See vorgenommen. Es soll richtig heiß werden und dort kann man gut schwimmen gehen. Und die Aussicht ist fantastisch. Den ursprünglichen Plan vormittags ins Deutsche Museum zu gehen (ja, das hat tatsächlich auch montags geöffnet), verwerfe ich zugunsten eines gemütlichen Frühstücks.

Nach Aufgabe des Paketes fahren wir mit dem Bus zur nächsten S-Bahn-Station und verpassen leider gerade eine. Die nächste geht erst 20 Minuten später und fährt dann ca. 30 Minuten. Letztendlich sind wir dann erst nachmittags in Feldafing angekommen, da hatte ich ein Strandbad ausgemacht, dass feinen Sand haben soll. Zumindest war ich der Meinung das irgendwo gelesen zu haben. Stutzig machte uns schon, dass praktisch alle (und gerade die mit großen Taschen – > Schwimmen ) in Starnberg ausstiegen. Hmm. Wir fuhren weiter bis Feldafing. Dann noch ein kleiner Fußmarsch mit Stopp beim Dorfhändler für Melone und Ayran und wir waren da. Allerdings hatten wir uns das Strandbad etwas anders vorgestellt. Feinen Sand gab es wenn überhaupt nur aufgeschüttet im Kleinkindbereich. Bei großen Liegeflächen erwarten wir eine andere Größe, aber immerhin war es nicht überfüllt. Nur Familien mit kleinen Kindern und alte Leute. Na ja, jetzt noch etwas anderes zu suchen, hätte zu lange gedauert und so blieben wir doch. Tamara konnte schön schwimmen gehen und fand sogar direkt Anschluss an ein anderes Mädel, Sarah und ich machten es sich unter einem Baum bequem.

Nun für das nächste Mal wissen wir jetzt aber: Strand bedeutet an den Seen in Bayern immer Kieselstrand. In Starnberg gibt es auch ein großes Strandbad und ansonsten kann man viel besser direkt am See liegen. Einfach von Starnberg Richtung Berg laufen, da gibt es immer was.

Abends ging es wieder zurück. Die Mutter des Mädels hat uns noch mit ihren Luxusproblemen zugetextet, so dass wir etwas zu spät los kamen. Also mussten wir die letzte Strecke zur S-Bahn uns ziemlich spurten. Aber in letzter Minute haben wir es geschafft. Letztendlich waren wir um 19:30 wieder bei Tanja.

Heute Abend wollten wir noch mal zum Tollwood Festival, diesmal nicht der Konzerte Wegen, sondern um an den verschiedenen Ständen zu essen. Die Hinfahrt verlief unspektakulär und ruhig. Nur, dass es auf dem Festivalgelände gespenstig ruhig war. Wir hatten nicht mehr nachgeschaut und falsche Daten im Kopf. Gestern war der letzte Tag gewesen. Und such der Bus fuhr nicht mehr, obwohl noch ein Fahrplan dort hin, der etwas anderes erzählte.

Nun gut, also zu Fuß wieder zurück (dann bekommen wir auch unsere 10.000 Schritte zusammen) und diesmal konnten wir uns auf die Führung durch eine Einheimische verlassen. Soll auch gar nicht so lange dauern. Wir hatten uns spontan für den Japaner entschieden, an dem wir auf dem Weg zur Bushaltestelle vorbeigekommen waren.

Am Festivalgelände vorbei und durch einen kleinen Weg, den ich so nie gefunden hätte. Durch eine Öffnung im Zaun und dann – standen wir vor einem Zaun, den vielleicht die Kinder überklettern hätten können, aber wir Erwachsenen nicht mehr. Gut, dass wir kurz davor noch ein paar Jugendliche dabei beobachtet hatten, wie sie durch ein selbst geschnittenes Loch im Zaun geklettert sind. Das nutzten wir nun auch, umma wieder raus zu kommen. Und standen vor einem Mehrfamilienhaus. Im Garten. Ohne Ausgang. Schon wieder eingesperrt. Gott sei Dank saßen da ein Ehepaar beim Grillen. Die konnten wir fragen und netterweise holten sie den Schlüssel und haben uns durch den TZaun gelassen. Sonst hätten wir den ganzen Weg wieder zurück gehen müssen. So konnten wir unseren Weg weiter Richtung Japaner gehen.

Da wir auf dem Weg an einem großen Biergarten vorbeikamen, fragten wir sicherheitshalber nach, ob es noch etwas zu essen gibt. Da hatte die Küche aber schon zu. War ja auch schon nach 21:00. Also weiter zum Japaner und dort hatten wir Glück. Es gab einen Tisch, die Küche hatte gerade noch auf (auch wenn uns der Kellner darum bat, nicht unbedingt Sushi zu nehmen, da die Köchin heute alleine in der Küche ist) und es war gemütlich. Es gab Reis-Bowls, Ramen und Mandus. Die Bowls waren sehr lecker, nur der Ramen war ungewöhnlich scharf. Und den hatte ausgerechnet Tamara, die gar kein scharf mag.

Um 23:00 machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Die Mädels chillten noch etwas, Tanja und ich quatschten noch bei einem Glas Wein. Und dann war auch dieser Tag zuende.

Tag 14: München – Der Olympiaturm, Tollwood und Open Air Kino

Heute schlafen wir sogar noch länger. Also die Mädels und Tanja. Ich buche in der Zwischenzeit das Hotel in Konstanz (ein ganz kurzfristig reingekommenes Angebot bei Booking.com, das ich sonst nicht genommen hätte) und recherchiere noch für die Tage danach. Gegen Mittag sind dann alle wach und wir frühstücken ausgiebig und quatschen lange. So geht es erst nachmittags raus Richtung Olympiaturm.

Zu Fuß und mit dem Bus erreichen wir das ehemalige Olympiagelände, das für die Spiele 1972 errichtet wurde und somit dieses Jahr Jubiläum feiert. die Architektur ist beeindruckend. Das ganze Gelände wird auch weiterhin genutzt. Der Olympiaturm ist 297m hoch und diesmal gibt es nur einen Aufzug. Kein Treppensteigen notwendig, ich weiß auch gar nicht, wie lange das gedauert hätte. Der Aufzug fährt mit 7m/sec hoch und runter. Danach ist einem kurz schlecht.

Danach wandern wir zum Tollwood Festival, das hier seid Jahrzehnten stattfindet. Ein alternatives Festival mit viel Musik, Essen und Verkaufsständen. Auf dem Weg dahin, kommen wir an dem Open Air Kino vorbei, dass neben der Schwimmhalle steht. Die Leinwand besteht aus einer aufblasbaren Wand und ist riesig. Ein Blick auf das Programm zeigt, dass heute Abend „Phantastische Tierwesen 3 – Dumbledores Geheimnis“ läuft. Kurzentschlossen kaufen wir Karten. Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist. Aber erstmal zum Festival und etwas essen. Dort herrscht ein buntes und entspanntes Treiben. Wir laufen einmal drumherum, bis jeder den richtigen Stand mit seinem Essen für den Abend gefunden hat. Und so gibt es tibetanische Momos und Nudelbowl, einen Burger und Langos. Danach noch Crêpes und frische Kokosnuss.

Gesättigt und nach einigen Eindrücken müssen wir auch schon zurück zum Open Air Kino. Popcorn holen und Getränke, noch mal zur Toilette und der Film fängt schon an. Tanja holt doch noch die Kuscheldecken, die man sich ausleihen kann. Es wird doch recht kalt , obwohl es so heiß war tagsüber.

Nach dem tollen Film fahren wir mit dem Bus wieder zurück. Die Mädels schlafen bei Licht und Musik müde ein, wir quatschen noch bis tief in die Nacht.

Tag 13: München – Liebfrauenkirche, CSD, Viktualien- Markt und der Englische Garten mit der Eiswelle

Heute schlafen die Mädels besonders lange. Tanja ist schon wach und hat sogar schon den Frühstückstisch gedeckt. Wir können gemeinsam etwas frühstücken bis sie von ihren Eltern abgeholt wird und ein Musical besucht.

Ich frühstücke mit den Mädels zusammen zuende und dann machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Als erster Punkt steht heute die Liebfrauenkirche auf dem Plan.

Wir wollen in die Kirche rein, aber auch auf den Turm, um einen Blick auf München werfen zu können. Aber als erstes geraten wir in den CSD, der an diesem Tag in München stattfindet. Wie wir hinterher herausfinden, findet dieser inzwischen in vielen deutschen Städten an verschiedenen Tagen über das ganze Jahr verteilt statt. Und heute ist halt München dran. Also müssen wir uns den Weg durch das bunte Treiben bahnen. Ein bisschen wie Karneval, nur mit einem Schwerpunkt auf Regenbogenfarben. Und keine Fellkostüme, und mehr nackte Haut. Eine sehr entspannte Stimmung. Wir sehen Stände von all denen, die gerne mit der queren Community gesehen werden wollen und sich gerne offen zeigen wollen. Verschiedene Parteien sind vertreten (SPD, Die Grünen, die Partei und selbst die CSU, nur die AfD fehlt), die Bundespolizei, die Polizei (mit Polizeiwagen zum Ausprobieren und Foto machen), der Oberbürgermeister von München, Sportvereine, aber dann auch die Schwulen- und Lesbengruppen, die man erwartet hätte. Das Rathaus und viele andere Gebäude sind mit Regenbogenflaggen geschmückt.

In der Frauenkirche angekommen, kaufen wir zunächst Tickets für den Turmaufstieg und nach kurzer Wartezeit geht es hoch. Hier gibt es erst einen Treppenaufgang und danach geht es nur mit dem Aufzug weiter. Der Ausblick über München lohnt sich. Wir können nicht nur das bunte Treiben zu den Füßen der Frauenkirche sehen, sondern bis zu den Alpen.

Anschließend geht es wieder runter und wir besichtigten den Innenraum.

Der Hunger meldet sich und so geht es mit einem kurzen Abstecher in eine Buchhandlung auf den Viktualien Markt. Da wir da gegen den Strom laufen müssen, ist das zeitweise gar nicht so einfach. Aber dann sind wir da und finden mit ein bisschen Glück auch einen Tisch. Da wir aber zu dritt an einem 8er-Tisch sitzen, werden wir kurz danach umgesetzt zusammen mit einer anderen Dreier-Gruppe. Die Damen haben schon eine Flasche Wein intus und sind gut drauf. Wir bestellen eine Brotzeit, Schweinebraten und Münchner Würstchen mit Sauerkraut. Alles sehr lecker.

Gesättigt geht es weiter. Zuerst schauen wir uns noch das Finale des Umzuges an, der am Viktualien Markt vorbei Richtung Marienplatz zieht. Auf LKWs und – politisch korrekt die Grünen auf Fahrrädern – geht es mit viel Musik und Tanz zum weiteren Feiern. Hier markiert nicht der orange Wagen das Ende, sondern eine Fußgruppe mit gelben Westen.

Weiter geht es mit ein paar Eindrücken aus der Stadt und ein wenig Shopping.

Die Mädels wollen unbedingt einen Milchshake und die nächste und noch geöffnete Eisdiele ist wieder am Viktualien Markt. Diesmal nehmen wir nicht den direkten Weg durch die Menge, sondern einen kleinen Umweg. In der Chocolaterie Beluga werden wir fündig und der Milchshake ist super.

Abschließend laufen wir noch zum Englischer Garten, um ein wenig zu entspannen. Wir bleiben direkt am Anfang und schauen dem munteren Treiben auf dem Eisbach und den Surfern auf der Eiswelle zu.

Noch satt geht es wieder nach Hause. Die Mädels entspannen weiter bei Musik und Hörspiel sowie Instagram. Tanja und ich können noch bis in die Nacht quatschen.

[So. Und jetzt habe ich den Beitrag zweimal geschrieben, weil mir WordPress dummerweise den die erste Version gelöscht hat. Doofes Programm.]

Tag 12: Bamberg – Nürnberg – München – Von Stoffen, einer Burg, Coronatests und Ankunft in München

Das Kleid, das ich Sarah gestern gekauft habe, hat einen zu weiten Ausschnitt. Um den zuzunähen, brauche ich Nadel und Faden und das Reisenähset ist sinnigerweise zuhause. Also muss ich in den Stoffladen Holzschuh in Bamberg, an dem wir schon ein paar Mal vorbeigekommen sind. Schließlich liegt der ganz in der Nähe unseres Hauses. Da dieser um 9:00 Uhr aufmacht und wir heute weiter nach München fahren wollen, bin ich um 9 Uhr vor dem Laden. Die Kinder schlafen noch etwas, wir wollen den Zug um 10:40 Uhr nehmen. Wenn der fährt, denn es scheint eine massive Störung zwischen Bamberg und München zu geben. Bei einigen Zügen steht, dass sie ausfallen.

Der Laden ist riesig und so kann ich ungestört stöbern. Es gibt alle Argen von Stoffen und ich finde tatsächlich zwei, die unbedingt mitmüssen. Dazu bekomme von den Besitzern gute Tipps für Nürnberg (Eisdiele und Kaffeerösterei). Sehr nett.

Die Mädels sind tatsächlich wach, als ich wiederkomme und haben fast alles gepackt. Wir machen uns auf den Weg zum Bahnhof und bekommen gerade so den Zug nach Nürnberg. Aber nur, weil er 2 Minuten Verspätung hat. Die Fahrt dauert nur 40 Minuten und ist problemlos. Aber schon recht voll, da ja die Züge davor ausgefallen sind. Trotzdem bekommen wir einen Sitzplatz. Am Hauptbahnhof angekommen, müssen wir erstmal die Schließfächer finden. Der Bahnhof ist um einiges größer als der von Bamberg (ok, kein Wunder. Nürnberg hat 600.000 Einwohner und Bamberg nur 78.000). Ohne Gepäck geht es Richtung Kaiserburg und Hallertor (da soll die tolle Eisdiele sein).

Aber vor den Ausblick auf Nürnberg hat der liebe Gott den Aufstieg auf die Burg gestellt. Die sind ja bekanntlich gerne an der höchsten Stelle, um eine gute Rundumsicht zu haben. Also müssen wir ganz schön kraxeln, aber schließlich haben wir es geschafft. Und die Anstrengung hat sich gelohnt. Die Burg ist fest mit dem Berg verbaut, der Sandstein wurde richtig integriert. Und oben gibt es den Maria Sibylla Merian – Garten. Hier hat sie viele Blumen und Schmetterlinge beobachtet.

Wir gehen. Ichs nicht komplett rein, sondern machen uns aufgenommen Weg zu der hochgelobten Eisdiele „Die kleine Eismanufaktur“ und zur „Kaffeerösterei Bergmann“. Dazu müssen wir wieder den Berg runter und uns rechts halten. Das Eis ist wirklich gut und es gibt sehr exotische Sorten (Lakrids, Orange-Salbei, Kokos mit Mango, usw.)

Abgekühlt (3 Kugeln waren echt zu viel) machen wir uns auf den Weg in die Aktstadt. Dort finden die angeblich älteste Buchhandlung Deutschlands und auf dem Markt den angeblich besten Käsekuchen Deutschlands. Den kann sich Tamara natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen. Und er ist wirklich viel besser (cremiger, leichter) als meiner. Hmm.

Auf der Suche nach einer Coronateststelle stolpern wir über einen tollen Gewürzladen ( Gewürze der Welt) und zwei Currymischungen und ein Mitbringsel für T wandern in unsere Tasche. Aber der Duft war einfach zu verlockend.

Und dann finden wir endlich die gut versteckte Coronateststelle. Aber vor den Test hat das Zentrum das Anmelden gestellt und das ist garnicht so einfach bei denen. Zum Beispiel ist die Ausweisnummer ein Pflichtfeld und für Sarah habe ich keine. Ich trage meine doppelt ein und die Frau akzeptiert es nach Nachdruck. Aber für eine Zwölfjährige gibt es noch nicht zwingend einen Ausweis. Aber dann sind wir endlich angemeldet und der Test kann losgehen. Und was für ein Test. Sehr ausgiebig und tief in den Rachen und dann mit dem gleichen Stäbchen ausgiebig und sehr tief in ein Nasenloch. Also wenn da nichts dran ist, haben wir wirklich nichts. Und alle Tests sind wirklich negativ. Und wir hetzen zum nächsten Zug.

Die Fahrt nach München dauert jetzt noch einmal 3 Stunden, aber wir haben wieder Glück und bekommen Platz in einem Vierersitz. Eigentlich verläuft die Zugfahrt recht ruhig. Die Mädels lesen, schauen Serienfolgen, hören Hörspiele und schlafen.

Ich kann was schreiben. Bis kurz vor dem Ziel ein Polizist oder Sicherheitsbeamter ausgerufen wird. Erst soll er in die Fahrerkabine kommen, dann auf den Bahnsteig. Und in Dachau (letzte Station vor München heißt es dann die Weiterfahrt wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Also doch aussteigen und die S-Bahn nehmen? Oder werden es nur 5 Minuten? Bevor wir uns entscheiden können, kommt auch schon die Durchsage, dass alle einsteigen sollen, weil es weitergeht.

Und dann sind wir auch schon da. Jetzt nur noch zu T fahren, das dauert nicht so lange. Hier können wir bei einer Freundin schlafen, die in München wohnt. Ankommen, einrichten und dann gehen wir sehr lecker indisch essen.

Danach quatschen wir noch lange und die Mädels chillen mit ihren Handys.

Tag 11: Bamberg – Altstadt, Shopping, Museum, Dom, Reiter und Harry Potter

Mal wieder gibt es ein spätes Aufstehen. Ich habe halt Teenager dabei. Die nagen in der Nacht Videos und Instagram. Sie wollen ja chillen.

Gegen Mittag fahren wir mit dem Bus nach Bamberg rein. Lustigerweise werden hier alle Haltestellenansagen von verschiedenen Kindern gesprochen. Normale Ampeln, aber alternative Busfahrten.

Es gibt im Café/ Bäcker „Der Beck“ ein belegtes Brötchen zum Frühstück. Gefühlt ist hier jeder zweiter Laden ein Bäcker. Das Viertel Fladenbrot mit Antipasti drauf, macht wirklich satt. Und Sarah schafft ihr Schnitzel im Brötchen gar nicht auf.

Gestärkt geht es in die Innenstadt, alte Häuser gucken und diesmal zum Shopping. In der Inselstadt geht in den obligatorischen Buchladen (wir besuchen ja in jeder Stadt die Bücherläden), diesmal wird es u.a. Osiander (weitere kleine folgen). Da es aber immer wärmer wird, besteht der Bedarf nach einem Rock/ Kleid bei Sarah und einer kurzen Hose bei Tamara. So besuchen wir verschiedene Geschäfte und werden auch fündig. Es gibt genügend kleine Läden hier. Das einzige, das stört, ist der Verkehr. Gefühlt befindet man sich in einer Fußgängerzone, aber ständig fährt ein Auto an uns vorbei.

Da ich gelesen habe, dass das Naturhistorisches Museum hier klein, aber mit Wattenscheider Plattenkalk Fossilien, sowie einen Saal für Geologie und Mineralogie und einem außergewöhnlichen Vogelsaal ausgestattet sein soll, müssen die Mädels da durch. Und tatsächlich haben sie sogar ein wenig Spaß daran. Und die Ausstellung ist wirklich sehenswert.

Von der Inselstadt geht es zur Bergstadt. Bamberg ist klein (nur 78 000 Einwohner), aber sehr unterschiedlich strukturiert. Die Bergstadt sieht wirklich ganz anders aus.

Bevor es zum Dom geht, essen wir noch ein Eis auf der Brücke zum Alten Rathaus. Das ist über und über bemalt, der Zugang erfolgt über verschiedene Brücken. Sehr malerisch das Ganze.

Wir machen uns auf den Weg zum Dom, der noch eine Stunde geöffnet hat. Direkt vor der Eingangstür beginnt wieder Sarahs Nasenbluten. Immerhin nicht so stark wie in Hamburg, aber immerhin. Auch das geht vorbei und nach einer Katzenwäsche geht es in den Bamberger Dom rein.

Im Dom schauen wir uns die verschiedenen Skulpturen und die Reliquie des Bischofs Otto an (ein Knochen). Und dann hätten wir beinahe den Bamberger Reiter übersehen. Da sich jedoch neben dem na Leute über ihn unterhalten, werden wir auf die Statue noch aufmerksam. Hängt jedoch- wie auch die Orgel- in luftiger Höhe.

Nach dem Dom bummeln wir noch ein wenig durch die Bergstadt. Der Ayurvedische Buchladen hat nicht viel für die Mädels, direkt darunter scheint das „St. Pauli“ von Bamberg zu sein. Zumindest wird da sehr lautstark ein oder mehrere Junggesellensbschiede gefeiert. Mit Ballermann-Liedern und Karnevalsschlagern. Die Häuser sind jedoch sehr malerisch.

In die vierte Buchhandlung schaffen wir es nur kurz. Aber immerhin 10 Minuten können wir stöbern, bevor wir wirklich rausgeschmissen werden. Danach machen wir uns auf den Weg nach Hause.

Den angekündigten Regenguss verbringen wir im dm und im Bus nach Hause. Dann gibt es ausgiebiges Duschen, Abendessen und einen Fernsehabend.

Da der Vermieter Sky hat, können wir uns das 20th Anniversary of Harry Potter ansehen. Und schon mal packen. Morgen geht es weiter Richtung München.

Tag 10: Dresden – Bamberg – Der Goldene Reiter, das Grüne Gewölbe und Schäufälä

Heute geht es wieder weiter. Das Apartment wird aufgeräumt verlassen und wir bringen das Gepäck zum Bahnhof.

Vor dem Grünen Gewölbe wollen wir uns noch den Goldenen Reiter sehen. Da kommen wir vom Bahnhof aus, am besten mit der Straßenbahn hin. Und dann noch ein Spaziergang am Elbufer. Der Reiter ist wirklich mit Blattgold vergoldet ( wollte ich ja nicht glauben) und zeigt August den II. (August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen) auf einen levadierenden Pferd. Laut einer Stadtführerin ist genau das das besondere bei dem Standbild. Normalerweise sind immer alle vier Hufe auf der Erde.

Auf dieser Seite der Elbe gibt es einiges an „Baum“Kunst im Barocken Viertel zu sehen. ob das nur eine Sommeraktion ist oder länger dort hängt, können wir nicht in Erfahrung bringen. Sieht aber lustig aus. Dazwischen sind überall Tafeln, auf denen die Auftritte verschiedener Künstler angesagt werden.


Dann machen wir uns auf den Weg ins Residenzschloss Da es heute heiß zu werden scheint, ist es auch ganz gut, wenn wir über Mittag in klimatisierten Räumen sind.

Vorher kommen wir noch am berühmten Fürstenzug vorbei. Die Namen der Fürsten sind einfach zu köstlich. Vielleicht schaffe ich es, die Bilder zu einem Panorama zusammen zu setzen.

Im Residenzschloss sind mehrere Sammlungen untergebracht. Ins
Neues Grünes Gewölbe können wir so ohne Zeitbeschränkung und auch vor dem gebuchten Zeitslot rein. Der gilt nur für das
Historisches Grünes Gewölbe. Aber erstmal müssen wir auch die Bauchtasche einschließen, um dann für den Audioguide wieder einen Ausweis herauszuholen. Aber letztendlich haben wir alle drei einen Audioguide und können uns die Kunstwerke geführt ansehen. Da sind schon skurrile Werke dabei. Und viel mit Naturmaterialien.

Ins Historischen Grünen Gewölbe kommt man nur durch eine Sicherheitsschleuse, nach doppelter Kontrolle und extra Check. Und es gibt andere Audioguide, die gerade geholten, müssen wir wieder einschließen. Und wir dürfen natürlich keine Fotos machen. Die Pracht der ausgestellten Stücke ist enorm. Alles ohne Glas davor, nur im Juwelenzimmer sind die Juwelen hinter Glas. Nach den 8 Räumen sind wir alle erschlagen und haben keine Aufnahmefähigkeit mehr für die anderen Räume im Residenzschloss. So geht es kurz ein Brötchen holen und dann zum Zug nach Bamberg.

Der Zug wird wirklich voll. Da Sarah am Anfang so zum Zug gespurtet ist, sind wir noch vor zwei Schulklassen drin und bekommen sogar Sitzplätze. Die sind tatsächlich sehr rar in dem Zug. Und noch nicht malin Berlin habe ich so viele Leute gesehen, die keine Maske tragen. Die Fahrt ist recht anstrengend und wir sind froh, endlich in Hof anzukommen. Mit ein wenig Glück wartet der Anschlusszug auf uns und wir können direkt weiterfahren nach Bamberg. Der Zug besteht nur aus einem Wagen, wir bekommen aber dennoch einen Vierersitz.

Unsere Unterkunft in Bamberg – ein kleines Haus mit Garten – ist schnell gefunden. Die liegt in der Nähe des Bahnhofs, ist aber sehr ruhig. Und der Vermieter wartet schon auf uns zur Schlüsselübergabe und Bezahlung. Und wir bekommen sehr viele Tipps , was wir uns ansehen können und wo wir essen können. Da wir ziemlichen Hunger haben, machen wir uns direkt auf den Weg ins Brauhaus Sternla. Dort gibt es fränkische Küche und so können wir Schäufälä und Schnitzel essen. Sehr lecker. Und wir unterhalten uns sehr nett mit ein Paar Österreicher, die ein paar deutsche Städte (u.a. Köln und Münster (wegen des Börne und Thiel)) besuchen. Eine Runde Karten und es geht zurück ins Haus. Diesmal bekommen wir auch den Bus. Den Blutmond kann ich leider nur über dem Bahnhof fotografieren.

Tag 8: Berlin – Dresden – Eine lange Fahrt und erste Impressionen

Die Mädels sind noch was platt von den letzten beiden Tagen und so peilen wir nicht den ersten Zug nach Dresden um kurz nach 9 an, sondern den danach. Leider geht dieser erst um 11:18 Uhr (den dazwischen können wir mit dem 9€-Ticket nicht nutzen. da wir dann aber doch schon früher fertig sind, machen wir uns außen Weg zum Hauptbahnhof und wollen dort frühstücken. Das klappt auch ohne Probleme (wir nehmen die S-Bahn und den RE, da die innerstädtische Verbindung ab heute gesperrt ist und durch Busse ersetzt ist) und können gemütlich vor dem Hauptbahnhof Wrap, Baguette und Cookie essen.

Entspannt geht zum ersten Zug des Tages machen Eisenwerda. Der ist recht voll, aber wir finden trotzdem einen Sitzplatz und Platz für das Gepäck. Und pünktlich ist er außerdem. Nur die Toilette ist defekt, das stört uns aber nicht. Die Mädels lesen und hören Musik, ich kann die letzten Blogartikel schreiben. In Ermangelung von W-LAN und schlechter Telefonverbindung muss die Veröffentlichung noch warten.

In Eisenwerda müssen wir umsteigen. Die Wartezeit reicht locker aus. Und auch in diesem Zug bekommen wir einen Sitzplatz und Platz für das Gepäck. Und sind bald da.

In Dresden funktioniert Citymapper nicht, hier müssen wir mit Google Maps den Weg durch die öffentlichen Verkehrsmittel finden. Das hat manchmal seine Tücken (so ganz einsichtig ist der Suchmechanusmus nicht), aber geht auch. Mit Straßenbahn und Bus sind wir nach 20 Minuten am Ziel. Diesmal ist ein Schlüsselkästchen am Fahrrad angebracht. Das steht auch wie angekündigt vor der Haustür, der Code stimmt auch, nur der Schlüssel fehlt. Aber es gibt ja die Telefonnummer des Vermieters. Hier haben wir nämlich ein privates Apartment. Der kann uns – ein Wunder der Technik- die Tür (Haustür und Wohnungstür) ferngesteuert öffnen. Schon ein bisschen gruselig. Mit dem Vermieter am Telefon inspiziere ich die Wohnung. Es sieht ganz ordentlich aus, aber die alten Handtücher sind noch da und die Betten nur halb bezogen. Anscheinend war die Reinigungskraft nicht da oder hat die Arbeit abgebrochen. Wir schmeißen eine Waschmaschine mit Wäsche an und gehen erstmal in die Innenstadt. Der Vermieter wird zwischenzeitlich kommen und alles richten. Der Schlüssel liegt vom Vormieter auf dem Tisch. Ansonsten ist das Apartment super. In einem ganz normalen Mehrfamilienhaus, alles da was man so braucht und sauber.

Da wir alle Hunger haben, geht es erstmal was essen. Der Vermieter hat sogar eine Mappe mit Hausregeln und Empfehlungen da, in der wir uns den nahe gelegenden Fährgarten aussuchen. Direkt an der Elbe, in schönstem Sonnenschein. Die Mädels nehmen Flammkuchen, ich die hausgemachte Sülze. Alles sehr lecker, nur die Wespen stören die Kinder sehr. Es wird Sommer. Gesättigt laufen wir wieder zum Apartment zurück und hängen die Wäsche auf. In Ermangelung eines großen Wäscheständers, muss ich die Wäsche kreativ in der Wohnung aufhängen. (Schuhregal eignet sich ganz hervorragend für die Socken.)

Danach geht es nun wirklich in die Innenstadt. Ich bin schon sehr gespannt. Und Dresden ist wirklich schön. An der Liebfrauenkirche und dem Residenzschloss vorbei, gelangen wir in den Zwinger. Dort wird der Innenhof saniert (das soll noch 2 Jahre dauern, erfahren wir), aber die umgebenden Gebäude sind auch so sehr schön. Und alles im besten Abendlicht.

Durch das große Tor gelangen wir auf den Theaterplatz, der von der Semperoper und der Kathedrale begrenzt ist.

Wir bummeln noch ein bisschen durch die Innenstadt. Gegenüber der Brühler Terrassen wird gerade ein Heißluftballon gestartet.

Danach geht es wieder Richtung Liebfrauenkirche. Zum Ausklang des Abends trinken wir noch ein paar Cocktails (natürlich alkoholfreie) im Ayers Rock (ein australisches Restaurant) und spielen eine Runde Karten. Das ganze wird nur durch eine Horde fliegende Ameisen gestört, die sich einfach überall niederlassen.

Danach machen wir uns wieder auf den Heimweg. Es ist doch schon spät und die Mädels sind müde. Der Vermieter war wirklich inzwischen da und hat neue Bettwäsche und Handtücher gebracht. Einer entspannten Nacht steht nichts mehr entgegen.

Tag 7: Berlin: Frühstück bei Frau Honig – Reichstag und Goldelse

Es ist Sonntagmorgen und Sarah ist wieder ausgeschlafen. Tamara aber nicht, da sie bis 4 Uhr nicht schlafen konnte. So machen sich diesmal nur Sarah und ich auf den Weg, nett zu frühstücken. Diesmal hatte ich ein kleines Café “Frau Honig“ , nicht soweit entfernt, herausgesucht. Nach 20 Minuten sind wir auch schon da und bekommen den letzten freien Tisch mit drei Sesseln. Hier gibt es bis zum Abend verschiedene Frühstücksvariationen und wir wählen diesmal Kanada und teilen es. So bekommt Sarah den süßen Teil (die Pancakes mit Nutella und ich den herzhaften Teil. Milch und Milchkaffee runden das Frühstück ab. Und jetzt lernt auch Sarah das neue Kartenspiel aus Bremen (CaBo) kennen und spielt mit. Da die Zeit fortgeschritten ist und wir noch Karten für die Reichstagskuppel haben, wecke ich Tamara schließlich doch und sie kommt nach. Der Uhrzeit und ihrem Hunger entsprechend, gibt es für sie Lasagne. Auch sehr lecker.

Es wird höchste Zeit zum Reichstags aufzubrechen. Wir haben Glück und die U2 geht direkt in der Nähe und hält am Bundestag. Und so sind wir genau pünktlich zum Sicherheitscheck. Wie beim Fliegen wird alles durchleuchtet, Taschen und Metallgegenstände separat. Personalausweis und Bestätigung, dass man einen Platz hat, wird überprüft und dann geht es in kleineren Gruppen rein. Erstmal in eine Sicherheitschleuse, wenn die ganze Gruppedrin ist, ganz in den Reichstag. Noch geführt in den Aufzug und man ist am Fuße der Kuppel . Hier kann man sich einen Audioguide ausleihen (wir nehmen doch dreimal für Erwachsene) und dann darf man auch schon die Rampe zur Spitze erklimmen. An bestimmten Stellen meldet sich die nette Stimme aus dem Audioguide und erklärt die Kuppel und die umliegenden Gebäude. So kommt man Stück für Stück höher. Es ist aber gut, dass wir auch zusätzlich den Plan mitgenommen haben, manchmal braucht man etwas länger bis man die entsprechenden Gebäude gefunden hat. Ein beeindruckendes Bauwerk. Unbedingt sehenswert. Am Fuße der Kuppel gibt es noch zusätzlich eine Ausstellung der Entwicklung Deutschlands von 1880 bis heute. Aber nach einer weiteren halben Stunde haben wir alle genug Erklärungen und Geschichte intus (es ist ja schon halb fünf inzwischen) und machen uns auf den Weg zur Goldelse.

Dazu laufen wir gemütlich durch den Tiergarten. Das Wetter ist schön, einige Sonntagsspaziergänger unterwegs, überall sieht man noch die Reste (Müll und zerbrochene Flaschen) von der Love Parade gestern zu sehen. Es waren. Ichs nur 25.000 Leute da, sondern 200.000 (Aussage Polizei) Bzw. 300.000 (Aussage Veranstalter). Also Party wie vor Corona oder SuperSpreaderEvent. Mal sehen.

Wir sind bei der Siegessäule angekommen- auch Goldelse genannt – und gehen nicht nur in das kleine aber feine Museum im Sockel, sondern auch alle 284 Stufen bis zur Aussichtsplattform. Und kommen wie alle anderen auch ziemlich außer Atem an. Aber der Ausblick lohnt sich.

Die Stufen haben die Mädels diesmal nur mit Bestechung genommen. Wir entscheiden uns heute Abend für die kroatische Küche und buchen kurzerhand einen Tisch im Marjan Grill. Einen Spaziergang durch den Englischen Garten und schon sind wir um 19 Uhr am Ziel. Das Essen ist sehr fleischlastig, aber sehr lecker.

Der letzte Abend in Berlin. Wir brauchen noch eine Postkarte, einen Briefkasten und Geld. Postkarte und Geld finden wir leicht am Alex und können auch noch mal ein paar Fotos von der Weltzeituhr machen. Nur der Briefkasten wird schwierig. Es gibt nur komische grüne von Pin.de. Da ist es mir zu waghalsig, normal frankierte Postkarten einzuwerfen. Nicht das die gar nicht befördert werden. Und nochmal andere Briefmarken kaufe ich auch nicht. Tatsächlich werden wir dann in ziemlicher Nähe des Hostels fündig. Und so geht auch dieser Abend zu Ende.

Tag 6: Berlin – vom Tempelhofer Feld bis zur Love Parade (Rave, Demo, what ever)

Die Mädels schlafen ein wenig länger heute. Wir sind auch erst um 11Uhr mit M verabredet. Eine alte Arbeitskollegin wohnt hier und will uns ein. Wischen von ihrem Berlin zeigen. Wir fahren vom Prenzlauer Berg nach Neukölln. Dort treffen wir uns an der ausgemachten Ecke und schlendern erstmal über einen kleinen Wochenmarkt. Die Mädels essen Käsekuchen (sehr lecker) und ich frühstücke eine portugiesische Teigtasche. Wir werden auf die kleine Kunst auf der Straße aufmerksam gemacht. Auf einigen Straßenschildern sind kleine Figuren in Yogapositionen angebracht. Sehr niedlich. Diese bleibt aber die einzige Figur, die wir finden.

Das Tempelhofer Feld als Panorama – die Weite kommt kaum zum Tragen

Gestärkt geht es zum Tempelhofer Feld. Der alte Tempelhofer Flughafen wurde nach der Aufgabe des Flughafens nicht wieder bebaut, sondern so gelassen wie er war. Mit Start- und Landebahnen, und den alten Gebäuden. Dies ist nun eine riesige Freifläche unten in der Stadt, die allen Bürgern zur Verfügung steht. Radfahren, inlineskaten, Schrebergärten, Hundewiesen, ein kleines Naturschutzgebiet mit Feldlerchen, Grillplätze und einfach Platz zum Bewegen – der Flughafen wird vielseitig genutzt. Und bot zu Corona-Lockdown-Zeiten die Möglichkeit zum Bewegen. Informationen über die Luftbrücke und Rosinenbomber gibt es auch noch. Sogar die Lande-Lichter stehen noch. Durch einen Bürgerbeschluss wurde die Bebauung auch in Zukunft verhindert. M erzählt so einiges aus der Geschichte der Stadt.

Wir trinken noch ein Getränk im Prinzessinnengarten und unsere Wege trennen uns wieder. M fährt zum Fußballspiel, wir machen uns auf zum Maybachufer. Samstags ist dort immer Stoffmarkt und Wochenmarkt gemischt. Ich finde tatsächlich Korkstoff zum Schnäppchenpreis, den ich nicht liegen lassen kann. Außerdem muss das so sein, genau als wir bei dem Stand sind, kommt ein Guss runter, so dass wir uns unterstellen müssen. Bei den Mädels macht sich der Hunger breit und wir kehren beim Kaffee am Markt an der Ecke zur Schönleinstrasse ein. Das ist allerdings in türkischer Hand und so gibt es neben Flammkuchen und Nudeln auch ein türkisches Schmorgericht. Und verschiedene Vorspeisen. Ersteres ist lecker, die Vorspeisencremes haben Luft nach oben. Aber wir werden satt. Beim nächsten Mal werden wir aber eher versuchen, in die Ankerklause zu kommen. Die ist eine Ecke weiter zur Spree hin. Satt machen wir uns wieder auf den Weg.

Der nächste Tipp ist aus Tamaras neuem Buch und auch M hat es uns ans Herz gelegt: die East Side Gallery. Ein Stück der Berliner Mauer steht noch und wurde von Graffiti-Künstlern bemalt. Der erste Teil der Tour verläuft ruhig. Die letzte Busfahrt aber ist der Hammer. Dass so viel Leute in einen Bus passen, ein Wunder. Und alle steigen bei der East Side Gallery aus. Endlich wieder Luft.

So wirklich überzeugen können uns die Graffiti-Werke aber nicht. Deshalb gibt es auch nur wenige Bilder. Und Sarah wird es allmählich auch zu viel mit der innerdeutschen Geschichte.

Am Ende der East Side Gallery liegt die Oberbaumbrücke. Dort bummeln wir drüber und überlegen, was wir noch machen.

Sarah hat genug und so bringen wir sie zurück zum Hostel. Sie bleibt dort und Tamara und ich machen uns noch mal auf den Weg.

Der Plan ist eigentlich mit dem Bus 100 vom Alex zu Bahnhof Zoo zu fahren. Die Fahrt wird abenteuerlich. Seit 14 Uhr ist ja die Love Parade (https://ravetheplanet.de) in der Innenstadt und so kann der Bus nicht den üblichen Weg fahren. Die Busfahrerin ist enorm gechillt und nett für die Situation, erklärt zwischendurch noch, welche Sehenswürdigkeiten man gerade passiert, hält außerplanmäßig, um Leute ein- und aussteigen zu lassen und gibt Tipps, wie man doch noch rechtzeitig zur Bahn (Bahnhof Zoo) kommt. Und versucht dazwischen immer wieder herauszufinden, wo sie überhaupt langfahren darf, da die eigentliche Buslinie durch die Love Parade gesperrt ist. Und die Busfahrer keine Informationen bekommen („Wir haben gerade neues Führungspersonal . Das hat man davon. „). Dann ist die Fahrt an einer U-Bahn-Haltestelle vorbei und wir müssen anders weiter fahren. Die erlaubte Tagesfahrtzeit ist vorbei, die Dame muss Schluss machen. Und bekommt Applaus von den Fahrgästen.

Am Bahnhof Zoo essen wir bei Curry 36 eine Currywurst. Die überzeugt uns nicht. Kaum Curry (zumindest nicht scharf für Tamara), es ist mehr eine Tomatensauce mit ein bisschen Currypulver drüber. Da hatten wir mehr erwartet. Wir bummeln zur Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche und dem Breitscheidplatz. Dort hat die Love Parade begonnen, jetzt ist noch einanderes Festival dort. Keine Techno-Musik. Da es schon spät ist, versuchen wir wieder die Linie 100 zum Alex zu bekommen. Das klappt erstaunlich gut, der Busfahrer weiß auch, welche Umleitung er fahren muss. Und der Bus ist natürlich mit Partygästen und allen möglichen verrückten Leuten voll, die man so nur in einer Großstadt nachts trifft. Ode auch nur zu Love Parade Zeiten. Wir kommen gut wieder zurück. Und Mitternacht ist es auch schon. Sarah schläft.

Tag 5: Wismar – Berlin

Heute geht es weiter nach Berlin. Frühstück ist in Bäckerei schnell geholt, die Mädels packen. Aus irgendeinem blöden Grund entscheiden wir uns den Bus später zu nehmen. Der kommt zwar pünktlich, hält aber an einer Bushaltestelle länger. Und so wird es echt knapp mit dem Zug nach Berlin. 2 Minuten bleiben uns für den Weg zwischen Bushaltestelle und Gleis, die Füße in die Hand genommen (und den Koffer von Sarah) und völlig außer Atem und durchgeschwitzt erreichen wir den Zug. Aber wir erreichen ihn und bekommen sogar einen Sitzplatz und Platz für das Gepäck. Der nächste Zug wäre erst 2 Stunden später gefahren. Nochmal Glück gehabt, aber so knapp sollte man auch nicht planen.

Die Zugfahrt (3 Stunden am Stück) wird sehr entspannt. Wir haben eine sehr nette Zugbegleiterin, it der wir etwas quatschen und die den doch recht vollen Zug sehr gelassen nimmt. Immer freundlich und nett, weißt sie alle auf die Maskenpflicht und den Nicht-Anspruch der Fahrradmitnahme hin. Wir sind schon froh am Anfang eingestiegen zu sein und Sitzplätze zu haben. Wobei durchgehen wäre au h eine Option, die die wenigsten nutzen. Wir schreiben, lesen, hören Hörspiele und spielen Karten. Und schon sind wir in Berlin.

Noch können wir nicht einchecken, also gönnen wir uns erstmal ein Mittagessen. Diesmal wird es Streetfood am Alex mit Blick auf den Funkturm. Und Livemusik. Das Knoblauchbrot mit Tomaten und Feta ist sehr lecker, Sarah bekommt endlich ihren Crêpe. Gestärkt geht es weiter zum Hostel.

Da müssen Noir uns aber erstmal gedulden. Die Rezeption arbeitet alles andere als zügig, in einer halben Stunde können sie zu zweit gerade mal 3 kleinere Gruppen (2-3 Leute) einchecken. Und der mehrfach angepriesene Self-Check-In entpuppt sich als Steckdose. Die Schilder führen einfach ins Leere. Die Mädels werden langsam ungeduldig, dann sind wir endlich dran. Und es spricht nicht einer deutsch. Nur englisch. Ok. Als Hostelmitarbeiter sollte man natürlich auch englisch können, aber in einem deutschen Hostel würde ich zumindest auch deutsch erwarten. Das zieht sich aber dann durch den ganzen Tag. Nur englischsprachige Mitarbeiter überall, in allen Läden. Auch im weiteren Verlauf sind wir nicht begeistert vom Hostel. Zwar ein großes Zimmer, aber es wirkt schäbig. Die Betten sind aus dicken Metallstangen und Spanplatten aufgebaut, das Bad winzig (umdrehen ist schon schwierig), jede Kleinigkeit (Schränke, Handtücher, etc.) zahlt man extra. Im Vergleich zu dem in Hamburg (bei gleichem Preis pro Zimmer) gibt es hier deutlich weniger. Für uns stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis nicht. Jetzt bleiben wir, klar, aber sicher nicht noch einmal bei der Kette ein Zimmer buchen.

Die Endhaltestelle der Straßenbahn (heißt das hier so? Die Linien sind mit M gekennzeichnet) sind die Hackesche Märkte. Also fahren wir spontan da hin. Ein Bummel durch die Hinterhöfe und Geschäfte, ein bisschen leichtes Souvenir darf auch mit und der Nachmittag ist schon wieder um. Ein Kaffee noch und wir machen uns auf die Suche nach einem Lokal zum Abendessen. Die Wahl ist wieder auf asiatisch gefallen, diesmal soll es wieder koreanisch werden. Auf dem Weg zum herausgesuchten YamYam bleibt noch Zeit für einen netten kleinen Buchladen.

Tamara kürt das Restaurant schnell zu ihrem Lieblingsladen. Das Essenist wirklich lecker und die Bedienung freundlich. Und es gibt für jede etwas. Von Mandus bis zu Popcorn-Eis, sehr exotisch und sehr lecker.

Danach machen wir uns noch ein bisschen zu Fuß auf den Weg zum Brandenburger Tor. Morgen soll eine große „Ravedemo“ in der Innenstadt sein. Als Love Parade legt dr. Motte auf und es werden 25.000 Technofans erwartet. Normales Touristenprogramm ist da nicht möglich. Also geht es jetzt zu Fuß dahin und wir sehen uns auf dem Weg schon verschiedene Berliner Sehenswürdigkeiten an.

Und durch die Abendstunde und das schöne Licht, macht es nochmal mehr Spaß. Berliner Dom, Museumsinsel, Oper, unter den Linden und zum Schluss das Brandenburger Tor. Sehr schön das ganze und sehr entspannt.

Wir bleiben eine ganze Weile am Brandenburger Tor und darum. Dann geht es wieder zurück ins Hostel. Um Mitternacht sind wir wieder da.

Tag 4: Hamburg – Lübeck – Wismar und viel Pech mit der Bahn

Für heute war eigentlich ein Strandtag angedacht, deshalb hatte ich die Übernachtung in Wismar gebucht. Allerdings ist für den ganzen Tag Regen bei knapp 18 Grad angesagt, nur in England schwimmt man im Meer bei dem Wetter. Also entscheiden wir uns den Umweg über Lübeck zu nehmen, von der Stadt haben alle so geschwärmt. Die Fahrt soll auch nur 45 Minuten dauern, das geht ja. Aber wie immer kommt es anders. Wir erreichen gut den Zug, der au h schon wartet. Ich bin schon ein wenig irritiert, weil die DBApp anzeigt, dass der Halt dieses Zuges entfällt und dieser nicht mehr fährt – wegen Brückenschäden auf der Strecke. Also alle müssen aussteigen. Eine nichtdeutschsprachige ältere Frau (ich tippe auf Ukrainerin) ist völlig verwirrt und will auch nach Lübeck. Es gibt sogar einen Ersatzzug, der über Büchen fährt und das in den nächsten 5 Minuten. Wie alle anderen aus dem Zug nach Lübeck hetzen wir zu dem Zug, erreichen ihn gerade und bekommen sogar einen Sitzplatz. Die Frau haben wir auch mit reingelotst. Allerdings dauert die Fahrt mindestens 50 Minuten und dann müssen wir in Büchen umsteigen. Büchen ist ein kleiner Bahnhof in the middle of nowhere. Allerdings gibt es einen Bäckerladen auf dem Bahnsteig, das Frühstück mit Franzbrötchen ist also gesichert. Und dann fahren wir von Gleis 140 (kein Witz, es gibt die Gleise 1, 2, 40, 41 und 140) in einem Wagen nach Lübeck. Und ich sage noch „140 ergibt Bahntechnisch gar keinen Sinn.“ Aber ist so.

Die Fahrt ist nicht schön, obwohl sie nicht so lang ist. Völlig überfüllt, dicht gedrängt stehend, einige sehr renitente ältere Herrschaften mit dicken Wanderrucksäcken auf dem Rücken, eine Bahnfahrt wie man sie sich nicht wünscht. Na ja, geht auch vorbei. Endlich in Lübeck. Aus der 45 Minuten Fahrt ist eine 2h-Fahrt geworden.

In Lübeck verstauen wir das Gepäck im Schließfach, holen Bargeld und machen uns auf den Weg zum Wahrzeichen Lübecks: das Holstentor. Dabei kommen wir an Bismarck und Kaiser Wilhelm den I. vorbei und über die Puppenbrücke. Und wieder gibt es andere Ampeln.

Weiter geht es Richtung Altstadt, mit einem kurzen Abstecher in die St. Petri Kirche. Die erste Kirche ohne Bänke, die ich gesehen habe. sehr spartanisch das ganze.

Weiter geht es zum Marktplatz. Der ist echt beeindruckend und sehenswert und auch gerade sehr belebt – es ist Markttag. Für Tamara und mich gibt es wieder Fischbrötchen (mit kaltem Backfisch und nur einem Blatt Salat schmeckt es Tamara aber nicht besonders), nur für Sarah finden wir noch nichts. Der Crêpes-Stand ist heute woanders. Also suchen wir weiter was Süßes für sie.

Es gibt eine große Portion (teures) Eis und noch einen kleinen Bummel durch die Innenstadt. Sehr nett, wirklich. Doch dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Hauptbahnhof, der nächste Zug Richtung Wismar geht in 30 Minuten. Am Kohlmarkt ist eine zentrale Bushaltestelle und wir haben schon einen Bus herausgesucht. Sarah braucht noch einen Moment mit dem letzten Eis, ein kurzer Spurt und wir möchten mitfahren. Nur dürfen wir nicht. Die hinteren Türen sind schon zu, als wir ankommen, wir müssen vorne einsteigen. Die Fahrausweise werden hier streng kontrolliert und der Fahrer akzeptiert nicht, dass die Tickets der Kinder im Bahnhof mit den Rucksäcken eingeschlossen sind und schmeißt uns wieder raus. Also heißt es laufen. Tamara schimpft wie ein Rohrspatz – sie fühlt sich ungerecht behandelt, da der Busfahrer nicht alle kontrolliert hat. Aber was soll’s, wir wollen ja zum Zug. Also Füße in die Hand und zum Bahnhof. Das klappt auch rechtzeitig. Mit kompletten Gepäck stehen wir rechtzeitig auf Gleis 1, wo der Zug planmäßig abfahren soll. Spontan wird der Zug aber auf Gleis 7 umgeleitet! 2 Minuten vor Abfahrt. Also wieder die Treppen hoch und bei Gleis 7 runter. Den Zug bekommen wir auch noch. Er ist aber auch voll. Netterweise bringt ein Herr meinen Rucksack und einen Koffer auf den hier großen Gepäckablagen unter. Tamaras Koffer ist zu groß, passt aber unter die Sitze. Und wir können alle drei sitzen. Läuft doch. Nur noch einmal umsteigen in Bad Kleinen. Kleiner Bahnhof, aber bunte Fenster. Immerhin. Um kurz nach zwei sind wir in Wismar.

Mit dem Gepäck nehmen wir den Bus, müssen aber nur 2 Haltestellen weit fahren. und ein wenig über Kopfsteinpflaster rollern. Schon sind wir in der Pension angekommen. Hier ist keiner an der Rezeption, die ist nur morgens von 8 bis 10 besetzt. Es gibt eine ausführliche Beschreibung, wie man erst den Türcode eingeben soll und dann an den Schlüssel kommt. Nur – auf dem Tastenfeld gibt es gar kein c (um c + 4 Zahlen) einzugeben. Ich probiere es ohne das c und voilà, die Tür ist auf. 2 enge Treppen nach oben und wir stehen wieder vor verschlossener Tür. Hier muss man bei einem Zahlenschloss die Zahlen eingeben und kann dann ein kleines Fach mit dem Schlüssel öffnen. Endlich drin. Da kommt in dem Moment die Nachricht, dass der Haustürcode jetzt ohne das c ist. Hmm, schon herausgefunden.

Das Appartement ist nett. Ein bisschen ausruhen und dann geht es in die Wismarer Altstadt. Wir sind gespannt. Immerhin ist Wismar Weltkulturerbe (wie auch schon Lübeck). Und die Altstadt ist wirklich schön und sehenswert. Schöne alte Häuser, ganz andere Anmutung alls die Städte davor, wir sind alle drei begeistert. Sarah kürt Wismar schnell zu ihrem Liebling.

Nach der Altstadt geht es zum Hafen. Dort wollen wir etwas essen. Und da es auch gerade ordentlich zu regnen anfängt, nehmen wir eines der ersten Lokale. Das hat auch eine sehr gute Beschreibung und Sarah bekommt etwas anderes als Fisch. Sie braucht mal wieder etwas Fleisch. Scholle und Dorsch sind aber auch sehr lecker.

Ein Spaziergang durch den alten Hafen – der Regen hat sich wieder verzogen – rundet den Tag ab. Wir beobachten das Antäuen eines Segelschiffes (heißt das so?) und genießen die gute Ostseeluft. Danach geht es nach Hause. Die Mädels gehen relativ direkt ins Appartement, ich schlendere noch ohne Markt durch die Altstadt (und suche einen Briefkasten).

Tag 3: Hamburg Teil 2 – im Rathaus, in der Schanze, auf dem Michel und Pizza am Abend

Nach dem langen Tag gestern geht es heute ein bisschen später los. Wieder beginnt der Tag mit Franzbrötchen, diesmal direkt am Jungfernstieg gekauft. Ganz frisch und sehr lecker. Wir beschließen ins Rathaus zu gehen und dort eine Führung hinter die Kulissen, also in die Regierungsräume mitzumachen. Und es gibt direkt einen Briefkasten im Rathaus, da würde sich ein Postkarteneinwurf lohnen. Nur, dass noch die Postkarte und Briefmarken fehlen. Da die nächste Führung erst in einer Stunde ist, gibt es einen kurzen Abstecher in die Mönckebergstraße. Ein dicker Regenguss begleitet uns. Wir finden im nah gelegenen Buchladen ein Buch, das unbedingt mitmuss (ja, es gibt Ausnahmen von der wir-kaufen-nichts-Regel) und eine schöne Postkarte. Aber keine Briefmarken und keinen Stift. Also die nächste Poststelle gesucht (gut versteckt in der Perle von Hamburg) und die Mädels besorgen einen Stift. Und wir schaffen es gerade rechtzeitig zur Führung zurück.

Im Rathaus gibt es diesmal eine Führung von zweien – einer wird eingearbeitet. Das merkt man dem jungen Man auch noch sehr an. Es gibt außerdem eine Veranstaltung im Rathaus, für die gerade alles eingedeckt wird und der Bürgermeister empfängt einen Gast. In alle Räume können wir also nicht rein. Trotzdem lohnt sich die Führung und vor allem den Mädels gefällt es sehr.

Nun gewinnt aber der Hunger die Oberhand und wir machen uns auf den Weg in das Schanzenviertel. Koreanisch ist angesagt. Diesmal nehmen wir den Bus und sind auch recht bald da. Ein kurzer Fußweg zur Susannenstrasse und der Koreaner, den ich am letzten Wochenende entdeckt hatte, ist gefunden. Und wir haben Glück – es ist noch Lunchtime und Bibimbab (Reis mit Pilzen bzw. veganes Hühnchen und Gemüse drauf) gibt es günstiger. Sarah nimmt ein paar Mandus (gefüllte Teigtaschen). Alles sehr lecker.

Gesättigt bummeln wir die Susannenstraße hinab. In den Laden mit den Echtleder-Taschen aus der kleinen Manufaktur müssen wir unbedingt noch mal rein. Der hatte es mir beim letzten Besuch schon angetan. Und diesmal kann ich mich sogar ganz schnell entscheiden. Ein Rucksack läuft mir quasi direkt nach. Verschicken geht nicht, also gibt es etwas Extra-Gepäck. (Und wie gut, dass ich mich für den Wanderrucksack entschieden habe. Der ist „aufrüstbar“.)

Unser nächster Programmpunkt ist der Michel, „das“ Hamburger Wahrzeichen. Mit Besichtigung des Turmes und der Krypta. Der Innenraum dieser Kirche ist einfach völlig anders, als alle anderen Kirchen, die ich kenne. Durch da viele Weiß viel Lichter und freundlicher, Türkis und Gold wirken sehr edel dazu. Die MicheApp versorgt uns mit allen.Informationen.

Für das Abendessen haben wir uns Ramen ausgesucht und wollen das in der Schanze bei Momo Ramen machen. Der Weg ist gut gefunden, nur haben wir nicht reserviert und es ist nichts frei und alle Tische zwei bis dreimal reserviert (ich hoffe für die Leute nacheinander). Also suchen wir uns etwas anderes, in der Schanze gibt es ja Auswahl genug. Wir bleiben bei Pizzeria Napoli hängen und es wird heute Abend also Pizza und Gnocchi. Die gleiche Wahl hat Herr Tschentscher gemacht, der am Nachbartisch sitzt. Die Pizza ist auch sehr groß und lecker.

Da aber für den Abend Regen angesagt ist und es auch schon sehr grau und windig ist, verwerfen wir unseren Plan in Planten un Blomen die Wasserlichtspiele zu sehen (die beginnen immer erst um 22 Uhr) und fahren etwas früher zurück ins Hostel. Eine Runde Karten rundet den Tag ab.

Tag 2: Hamburg Teil 1 – Vom Hafen bis zum König der Löwen

Der erste ganze Tag in Hamburg. Erwartungsgemäß geht es etwas später los. Das erste Ziel ist der Hafen und die Landungsbrücken. Da gibt es erstmal Franzbrötchen und Co zum Frühstück. Wir wollen eine Fleetrundfahrt machen und erfahren erstmal, dass die von Jungfernstieg aus losgehen und nicht vom Hafen aus. Wir sind also hier falsch.

So weit ist es aber nicht bis zum Jungfernstieg und so laufen wir dahin. Auf dem Alsterwanderweg entlang eines Fleets.

Ein grünes Schulschiff

Am Jungfernstieg angekommen, müssen wir uns erstmal orientieren und schauen, wo überhaupt solche Fahrten angeboten werden. Es stellt sich heraus, dass es zwei mögliche Touren gibt: Fleettouren und Kanalfahrten. Die Beschreibung der Kanalfahrt spricht uns mehr an und die nächste startet in 5 Minuten. Die Karten kann man beim Kapitän kaufen (sogar mit Karte) und los geht es. Wir haben die 2-Stunden durch den Stadtpark erwischt. Also geht es bei schönstem Sonnenwetter von der Binnen- zur Außenalster und dann in die anliegen den Kanäle. Vorbei an Hotel Atlantik, dem Fernsehturm und jede Menge Häusern und teuren Villen (alle mit Anlegestelle und Boot), dem teuersten Friseursalon von Hamburg, badenden Jugendlichen, Schrebergärten, Parkanlagen bis in den Stadtparksee. Und danach noch zum Rondeelteich. Alles unterhaltsam erläutert vom Kapitän.

Danach möchten wir uns ein weiteres Wahrzeichen Hamburgs ansehen: die Elbphilharmonie oder kurz Elphie. Also fahren wir kurz wieder zum Hafen zurück und laufen über die Jan-Fedder-Promenade zu Elphie und Speicherstadt. Die Plaza-Tickets sind einfach zu bekommen, es gibt auch keine Personenbegrenzung. Aber leider beginnt jetzt aus heiterem Himmel Sarahs Nasenbluten. Wir müssen das erstmal stillen und uns auf der Toilette wieder frisch machen. Erst dann können wir den 360-Grad-Ausblick genießen. Und alle Erläuterungen zu den umliegenden Gebäuden

Um 17 Uhr müssen wir schon am Musical-Shuttleboot-Anleger sein. Leider beginnt direkt bevor der nächste ablegt, das Nasenbluten wieder. Und sogar heftiger als zuvor. Nach 20 Minuten ist aber auch das wieder gestillt und wir können noch rechtzeitig übersetzen. Beim Eintritt muss ich das Taschenmesser abgeben, so etwas spitzes ist nicht erlaubt. Wieder was säubern und dann ist noch Zeit für eine Cola und ne Currywurst (nach Brezeln ist uns nicht so). Jetzt macht sich der große Rucksack nützlich: wir können Sarahs Rucksack sowie alle Jacken darin unterbringen und müssen nur einen Rucksack abgeben. Und dann geht es auch schon los. Direkt vor der Vorstellung beginnt erneut das Nasenbluten, diesmal aber Gott sei Dank nur ganz kurz. Und die Taschentücher und Servietten reichen noch aus.

Die Vorstellung ist grandios, wir haben alle viel Spaß. Die Musik, die aufwendigen bunten Kostüme, die gesamte Aufführung ist toll. Bilder dürfen natürlich nicht gemacht werden.

Danach ist noch Zeit den Ausblick auf Hamburg von dieser Seite aus zu genießen. Uns gefällt die Skyline besonders gut.

Eine Schulklasse hat gefeiert und noch Brötchen übrig. So bekommen wir gratis ein Abendessen. Mit fast dem letzten Shuttleboot geht es wieder zurück. Und dann wieder zurück ins Hostel. Eine Runde Karten spielen und gegen Mitternacht ist der Tag zuende.

Tag 1: Bonn – Düsseldorf – Bremen – Hamburg

So, heute geht es endlich los. Die große Deutschlandtour mit dem 9€-Ticket. Einmal rund herum in Deutschland nur mit Regionalzügen. Montagmorgen um 6:30Uhr geht es raus zum ersten Bus zum Bonner Hauptbahnhof. Der erste Zug ist ziemlich leer, wir bekommen 3 Plätze längs zum Waggon, die Koffer im Gang, der Rucksack auf dem Sitz.

Es geht los.

Der erste Zwischenstopp ist in Düsseldorf. Eine Stunde Umstiegszeit. Also ein Frühstücksbrötchen (bzw. Schokocrossaint) geholt und eine kleine Strecke in die Innenstadt gelaufen. Das bringt aber nicht viel, so dass wir relativ schnell wieder umdrehen. Dann lieber in Ruhe auf den Zug warten.

Der Zug begrüßt uns schon passend

Zug 2 nach Osnabrück ist ebenfalls die meiste Zeit nur mäßig besetzt. Bis auf das Stück zwischen Essen und Münster, da knubbelt es sich auf einmal – ein Zug davor war ausgefallen. Nur der dritte Zug von Osnabrück nach Bremen wird so richtig voll. Und leider steigen wir auch noch beim Fahrradabteil ein. Dort steht jeder direkt neben den anderen, diejenigen am Rand können sich auf den kleinen Absatz setzen. Oder auf die Koffer. Das hat dann ein wenig was von Viehtransport. Aber alle nehmen es gelassen und die Fahrt ist ja auch nicht so lange. Aber wir lernen daraus – wenn stehen, dann bitte nicht im Fahrradabteil.

Es ist schon 13 Uhr und wir schließen erstmal die Koffer in Schließfächer am Bahnhof ein. Und machen uns sofort auf den Weg nach Fischbrötchen. Und ja Google Maps findet auch Einträge zu „Fischbrötchen“. Da werden dann die Rezessionen und Speisekarten der verzeichneten Restaurants etc. durchsucht. Da ich einen Besuch bei Nordsee nur im Notfall zustimme, werden wir dann bei Gosch fündig. Der Fisch ist gut, die Brötchen dröge. Das Mittagessen gerettet.

So gestärkt geht es dann daran die Bremer Innenstadt zu erkunden.

Na klar, die Bremer Stadtmusikanten dürfen nicht fehlen.

Der Bleikeller ist nur am Wochenende geöffnet, so dass wir leider keine Mumien sehen können. Also machen wir uns direkt auf den Weg in den Schnoor.

Der Roland

Im Teestübchen gibt es Tee und selbst gebackene Scones mit echter britischer Clotted Creme, yummy. So gestärkt geht es dann wieder zum Bahnhof zurück. Wir wollen ja noch weiter nach Hamburg. Das Gepäck ist schnell geholt, der Zug leider nicht pünktlich. Dafür bekommen wir diesmal sogar einen Vierersitz mit Tisch und es gibt eine Möglichkeit das Gepäck zu verstauen. Wir können das neu gekaufte Kartenspiel direkt ausprobieren. Leider kommt zu der Anfangsverzögerung noch ein technischer Defekt („Die hat keine Lust mehr mitzuarbeiten“ – die Durchsagen sind manchmal schon lustig im Zug) und so verlängert sich die Fahrtzeit auf zwei Stunden. Aber dann haben wir um 18 Uhr Hamburg erreicht.

Jetzt nur noch nach Altona ins Hostel/ Hotel. Das Zimmer ist gefühlt riesig für ein Hostelzimmer. Drei einzelne Betten und ein Sofa, getrennt Dusche und Toilette, na ja, war ja auch nicht ganz günstig. Sarah ist müde, bleibt auf dem Zimmer und schläft eine Runde. Tamara und ich machen uns auf den Weg zum Altonaer Hafen. Fischbrötchen sind wieder angesagt.

Lecker Fisch

Im Fischbeisl werden wir fündig und es gibt nicht nur Brötchen zum mitnehmen sondern leckere Tellergerichte. Der Matjes ist super zart, Hamburger Pannfisch und Backfisch wirklich frisch und lecker. Und nach einem Abschluss-Fischbrötchen ist Tamara auch endlich satt.

Nach einem Spaziergang am Kai entlang, schlendern wir wieder zurück ins Hostelzimmer. Sarah bekommt ihr Fischbrötchen, noch eine Runde Karten und der erste Tag ist vorbei.

Tag 9: Dresden – Liebfrauenkirche, Zwinger und der schönste Milchladen der Welt

Die Mädels sind noch müde und so stehen sie wieder etwas später auf. Ich nutze die Zeit zur Recherche und muss leider feststellen, dass das Grüne Gewölbe ausgerechnet dienstags zu hat. Da möchte ich aber unbedingt rein. Also hilft nur kurzfristiges Umplanen: wir bleiben länger in Dresden und fahren erst Mittwoch Nachmittag nach Bamberg. Dann können wir mittags noch ins Grüne Gewölbe. Damit wir auch noch genügend von Bamberg sehen können, versuche ich noch eine weitere Nacht in Bamberg zu buchen. Und wirklich- da habe ich Glück. Das kleine Haus ist in der Nacht noch frei. Also Tickets für 12:00 gekauft, das Haus gebucht und die Kinder informiert. Und in München können wir auch einen Tag später ankommen. Läuft also.

Unser kombiniertes Frühstück/ Mittagessen wollen wir heute australisch abhalten: im Ayers Rock. Es gibt Känguru Steak und Burger sowie Kuchen für Sarah, die kein Känguru essen möchte. Alles sehr lecker.

Danach besichtigen wir erstmal die Liebfrauenkirche. Und da wir noch zu wenige Schritte haben, wird es auch hier ein Aufstieg auf die Kuppel. Diesmal zählen wir die Treppenstufen: es sind 257. Zwischendurch kann man immer wieder ins Innere schauen. Toll restauriert bzw. wieder aufgebaut. Und der Ausblick ist fantastisch.

Anschließend möchte ich in den Zwinger. Bei diesem wird der Innenhof saniert (soll noch 2 Jahre dauern), so dass der Mittelteil nicht so schön aussieht. Mehr wie eine archäologische Grabungsstelle. Die Gebäude sind aber nicht betroffen.

Vor allem interessant mich die Ausstellung mit den Mathematisch-Physikalischen Instrumenten im Mathematisch Physikalischer Salon. Aus verschiedenen Jahrhunderten gibt es Uhren (inkl. Taschensonnenuhren), Rechenmaschinen, Erd- und Himmelsgloben, Fernrohre, Arztbestecke und vieles mehr. Sarah hat nach 1 Stunde keine Lust mehr und wartet draußen. Wir bleiben noch ein bisschen.

Es wird knapp, aber die Zeit reicht gerade noch so: als letzter Punkt heute steht noch Pfunds – der schönste Milchladen der Welt – auf dem Programm. Der ist allerdings auf der anderen Seite der Elbe und am schnellsten zu Fuß zu erreichen. Und wie die anderen Geschäfte auch, macht er um 18:00 Uhr zu. Also müssen wir uns sputen, was den Mädels diesmal schwer fällt, weil es schon ziemlich warm geworden ist. Also über die Brücke, nur ein ganz kurzer Blick auf den goldenen Reiter und entlang der Elbe nach Süden. Kurz durch den Rosengarten und um 17:50 Uhr sind wir da. Und der Spurt hat sich gelohnt: die Fliesen sind wirklich außergewöhnlich. Wir bekommen auch noch frische Buttermilch und lokalen Käse, dann werden wir herausgebeten.

Anschließend habe ich den Mädels ein Eis im Café im Rosengarten versprochen. Der Weg ist nur kurz und wir bekommen den letzten freien Tisch. Das Eis ist ok, man bezahlt aber auch die Lage mit. Ein Spaziergang an der Elbe und Übersetzen mit der Fähre (Teil des öffentlichen Nahverkehrs) rundet den Tag ab. Wir sind wieder zuhause und heute gibt es nur Nudeln. Ganz simpel. Die Mädels Vergnügen sich auf dem Zimmer mit Videos und Instagram. Ich mache noch einen Spaziergang an der Elbe. Nachts an der Elbe ist relativ viel los. Und man merkt sofort, wenn man durch eine Wiese läuft. Sofort ist es mehrere Grad kühler. Als ich ins Apartment komme, schlafen die beiden noch lange nicht. Aber dann.